Lustverlust? Die Erotik der Vertrautheit

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Wenn wir miteinander ins Bett gehen, ist es seit langem sehr sachlich. Ich weiß, wie ich sie berühren muss, sie weiß, wie sie mich berühren muss.
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Wir wollen ja nichts anderes, als es uns schön machen und danach noch ein bisschen im Bett liegen, atemlos und jeder für sich ein wenig dankbar und immer noch völlig sicher, die richtige Wahl getroffen zu haben. So geht es nun schon zehn Jahre und so wird es nun weitergehen. Noch zehn Jahre und noch zehn Jahre und noch, wir hoffen es jedenfalls.

Alltägliche Berührungen

Dass andere Menschen das langweilig finden, kann ich mir gut vorstellen. Immer dieselbe Haut, immer dieselben Berührungen, immer dieselben Seufzer. Sicher, manchmal fallen den Fingerkuppen Pirouetten ein, die ihnen noch nie eingefallen sind, aber nach ein paar Wochen gehören auch sie zur Routine. Das kann einem schon unheimlich vorkommen.

Die Lust, so hat man es unseren Träumen beigebracht, ist das Gegenteil von Alltäglichkeit. Und dann findet man heraus, dass der Alltag sich längst in der Lust eingenistet hat.
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