Lustverlust? Lust auf etwas Neues

S. 3/6

 

Hin und wieder fragen wir uns selbst, warum uns das nicht stört. Ist es nicht fade, immer nur mit mir zu schlafen, will sie zum Beispiel wissen, hast du denn nie Lust auf andere Frauen?
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Und ich sage darauf: Nein, ich wüsste nicht, wozu. Aber es wäre doch interessant, sagt sie, und sie will mich dabei nicht einmal in Fallen locken. Ja sicher, sage ich, ich weiß ja, wie interessant es wäre. Man würde jemanden kennen lernen, man würde aufeinander zutreiben, man würde irgendwann voneinander mehr wissen wollen, als man beim Reden herausfinden kann, und dann stünde man in einem Zimmer, ein wenig verlegen und sehr neugierig, man zöge einander aus, man wäre einander fremd und sich selbst endlich wieder auch.

Es fehlt uns nicht an Gelegenheiten und nicht an Phantasie, uns das vorstellen zu können, auch ihr nicht, mit einem anderen als mir. Konjunktive, an denen man sich berauscht, weil sie so verlockend funkeln. Und wir, wir haben nur diesen leicht abgegriffenen Indikativ.

Dennoch: Es reizt mich nicht. Alle Abenteuer, die ich haben könnte, kommen mir nicht so abenteuerlich vor wie diese merkwürdige Innigkeit, die durch mich fährt, wenn ich sehe, wie sie sich auszieht, wenn sie sich in meine Berührungen hineinräkelt und wenn sie sich, aber das geht keinen was an, endlich selbst vergisst.
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