Lust auf MachtWer oben ist, hat die Auswahl

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Nun, mag sein, dass hier noch ein wenig Überzeugungsarbeit und Motivation zu leisten ist („Schatz, du siehst, ich bin’s wert), doch dafür gibt es schließlich entsprechende Strategien: Man kommt nicht an die Spitze, ohne die Spielregeln des Männer-Managements zu beherrschen, also zu wissen, was Männer mögen, was sie hassen, wo ihre Schwächen liegen und dass auch bei modernen Männern ein verletzliches Ego unterm Maßanzug sitzt.

Ein bisschen weibliche List gehört also dazu. Doch wozu hat man schließlich das ganze Repertoire an Selbstmarketing-Tools intus?

Und noch ein weiterer Wettbewerbsvorteil im Reich der Sinne: Wer oben agiert, kommt eben einfach auch mehr rum als die mittlere Angestellte in einer Kreisstadt und hat weltweit die Liebhaber-Auswahl, kann sozusagen global aus dem Vollen schöpfen.

Jetzt könnte man sich als Inhaberin einer 50-Prozent-Bahncard für die zweite Klasse damit trösten, dass Karrierefrauen vielleicht den besseren Sex, aber dafür die schlechteren Karten in Sachen Liebe haben. Immerhin bestätigen Studien, dass ganze 25 Prozent der weiblichen Führungskräfte nicht verheiratet sind, im Unterschied zu ihren männlichen Kollegen, bei denen 92 Prozent eine Ehefrau vorweisen können. Doch seit wann ist der Trauschein ein zuverlässiger Indikator für Leidenschaft?

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Außerdem: Bei einer Scheidungsquote von bis zu 50 Prozent ist die Ehe schon lang keine feste Größe mehr und auf die Liebe als einzigen Lebensinhalt zu bauen besonders für Frauen geradezu fahrlässig. Im übrigen gibt es – und gab es schon immer – durchaus funktionierende Beziehungs- und Ehemodelle zwischen Alpha-Frau und Beta-Männchen; Madonna und Guy Ritchie etwa oder Margaret und Denis Thatcher. Er war humorvoll und selbstbewusst genug, seine Mrs. Iron Lady zu unterstützen – und sie gleichzeitig zu erden, indem er ihren Job, immerhin Premierministerin, nicht todernst nahm. Eines Nachts, als sie wieder einmal an einer Parlamentsrede saß, unterbrach er sie mit den Worten: „Come on, du schreibst schließlich nicht am Alten Testament.“ Beta-Männer können durchaus cool und sexy sein – und nicht alle sehen schließlich so aus wie Denis Thatcher.