Geld als Accessoire Beispiel Paris Hilton
© Reuters
Die US-Kultur ist nicht mit Europa zu vergleichen. Im stärker individualistisch geprägten und hedonistisch orientierten Amerika war Reichtum schon immer Ausdruck persönlicher Anstrengungen und Beweis eines erfolgreich geführten Lebens.
Macht Geld denn sexy?
Männer schon, Frauen eher nicht.
Das müssen Sie bitte erklären.
Geld ist wie ein Accessoire: Erst die Attitüde, mit der man es trägt, macht sexy oder nicht. Und diese Attitüde, nämlich die ungenierte Demonstration von Macht durch Status, die Ich-habe-also-bin-ich-Überzeugung, ist mit männlichen Rollenbildern viel besser vereinbar.
Also auch in der Upperclass keine Chancengleichheit?
Nein. Reiche Frauen stehen auch viel mehr in der öffentlichen Kritik als reiche Männer. Das fängt bei ihrem Äußeren an und hört bei ihrem Engagement oder ihrer Position auf. Wenn ein Mann reich und mächtig ist, dann ist das selbstverständlich. Wenn eine Frau reich und mächtig ist, ist das für viele immer noch unverständlich. Weil es die „natürlich“ scheinende Eigenschaft der „schutzbedürftigen“ Frau in Frage stellt.
Elisa Streuli ist Soziologin an der Fachhochschule Nordwestschweiz, Basel
Buchtipp:
Titel: „Reichtum in der Schweiz – Porträts, Fakten, Hintergründe“Autoren: Ueli Mäder/Elisa Streuli
Verlag: Rotpunktverlag
Preis: 19,50 Euro
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