Mila Kunis und Justin TimberlakeSex mit dem besten Freund

Text: Lisa Leinweber

Tiefe Freundschaft trifft leidenschaftlichem Sex in Hollywood. Aber beschreibt der Film „Freunde mit gewissen Vorzügen“ (8. September) eine gesellschaftliche Utopie oder kann diese prickelnde Kombination tatsächlich unter einen Hut gebracht werden? Vor allem ohne, dass einer der beiden Akteure emotional verletzt wird?

Zumindest in der rasanten Komödie scheint der Plan zunächst aufzugehen. Darin überredet nämlich die schöne New Yorkerin Jamie (Mila Kunis) den aufstrebenden Art Director Dylan (Justin Timberlake) in den Big Apple zu ziehen. Gefragt getan, erkennen beide schnell, dass sie sich zwar voneinander angezogen fühlen, aber aufgrund von Beziehungsnachwehen noch keine neuen Verpflichtungen eingehen wollen. So werden Jamie und Dylan gute Freunde – mit gewissen Vorzügen. Was schlicht gesprochen bedeutet, dass sie miteinander schlafen.

Dazu sagte Justin Timberlake im Interview mit „Elle“: „Was könnte besser sein als eine Liebesbeziehung mit der besten Freundin?“

Der derzeitige Single muss es wissen: Er spielte für den Film „Bad Teacher“ sogar eine Trockensex-Szene mit seiner Ex-Freundin Cameron Diaz nach, mit der er sich gut versteht. Mit Filmpartnerin und „Black Swan“-Star Mila Kunis wurde ihm sogar eine Affäre nachgesagt.

Auswege aus dem Gefühlchaos

Aber spiegelt die Komödie „Freunde mit gewissen Vorzügen“ eine gesellschaftlich frisch etablierte Beziehungsform wider oder ist alles nur unterhaltsame Fiktion? Denn die englische Übersetzung „Friends with Benefits“ ist seit dem berühmten Filmpaar „Harry und Sally“ auch in deutschen Frauengesprächen längst gebräuchig.

Für alle Beziehungs-Phobiker und verkorksten Pärchen-Neurotiker gibt es dennoch wenig Hoffnung. „Dieses Beziehungsmodell ist kein Trend, sondern nur die Abwandlung eines aufkommenden sexuellen Selbstbewusstseins der Frau“, sagt Diplom-Psychologin Lisa Fischbach. „So kann die moderne Frau zwar erfüllten Sex mit einem völlig Fremden haben, doch zwangloser Sex mit dem besten Freund, ohne Stress und Beziehungsdrama, ist äußerst selten“.

Im Interview mit der „Elle“ erklärte auch Justin Timberlake: „Beim Sex liefert man sich immer aus – egal, ob Mann oder Frau.“ Durch diesen Schritt wird man zwar gleichzeitig verletzlich, erfährt aber auch erst wahrhaftige Nähe. Passiert dann genau das mit dem besten Freund, entwickeln sich die Gefühle meist schnell weiter, jedoch nicht die freundschaftliche Beziehung. Das Drama ist vorprogrammiert.

Die zierliche Mila Kunis vertraute der „Elle“ an, dass sie haufenweise männliche Freunde habe „ohne je mit ihnen geschlafen zu haben.“ Was aber bei einigen schlichtweg daran liege, „dass sie schwul sind.“ Auch für Kunis steht daher fest, dass eine Freundschaft zwischen zwei Menschen nur unter zwei Bedingungen funktionieren kann: Es muss eine emotionale Nähe existieren, die nicht auf emotional verdrängtem Verlangen basiert. Im Umkehrschluss bestätigt Diplom-Psychologin Lisa Fischbach: „Freundschaft ist das Kernstück einer Partnerschaft."

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