Neue Misstrauens-UmfrageEifersucht – Liebeskiller oder Liebesbeweis?

von AMICA Online Redakteurin J'adore les Parisiennes!
Alle Infos zu Kerstin: oder folge mir auf
© Colourbox.de

Mit wem hast du dich getroffen? Wer ist diese alte Schulfreundin? Wer schreibt dir so spät noch SMS? Manchmal sticht die Eifersucht in die Harmonie der Beziehung. Doch eine repräsentative Umfrage der GfK Marktforschung Nürnberg im Auftrag des Gesundheitsportals „www.apotheken-umschau.de“ fand jetzt heraus, dass fast die Hälfte der Deutschen (48,2 Prozent) Eifersucht als Liebesbeweis betrachten. Denn sie zeige, wie wichtig man dem anderen sei.

Übertreiben allerdings sollten Sie es nicht. Wer nämlich zu großes Misstrauen an den Tag legt, gefährdet die Beziehung. 87,2 Prozent der Männer und Frauen meinen, dass übersteigerte Eifersucht die Partnerschaft früher oder später zerstöre.

© Colourbox.de
Taugt Eifersucht als Zeichen der Liebe?

„Misstrauen ist grundsätzlich Gift für eine Partnerschaft. Sie bringt zum Ausdruck, dass die Zweisamkeit nicht auf Vertrauen aufgebaut ist, sondern etwas Entschiedenes fehlt“, erklärt Lisa Fischbach. Die Diplom-Psychologin ist der Meinung, dass es keine gesunde Eifersucht gebe. „Gesundes Misstrauen ist der gegenüberliegende Pol von Naivität. Besser wäre, von ‚realistischem Blick‘ zu sprechen.“

Ihr Tipp für den Beziehungsalltag: „Man sollte nicht ständig alles auf Unstimmigkeiten hinterfragen, aber auch nicht naiv die Augen verschließen, wenn man sich zu Recht in der Beziehung vernachlässigt fühlt, sich scheinbar unerklärlich das Paarklima verändert oder sich der Partner zunehmend verschließt. Das sind Signale, die man ansprechen sollte.“

Gibt es überhaupt gesunde Eifersucht? „Gesundes Misstrauen liegt in der Mitte zwischen den beiden Extremen krankhafte Eifersucht und Desinteresse“, erläutert Wiebke Neberich. Die Diplom-Psychologin weiß, dass Eifersucht auch ein sehr nützlicher Gefühlszustand ist. „Er weist uns auf die Gefahr hin, dass wir den Partner an jemand anderen verlieren könnten. Somit dient Eifersucht auch zum Schutze der Beziehung, quasi als Alarmsystem.“

Das bestätigt die aktuelle Umfrage, in der mehr als ein Viertel der Befragten (28,2 Prozent) sagten, sie liebten den Partner oder die Partnerin ganz besonders, wenn er oder sie eifersüchtig sei. Denn „im Idealfall hat das zur Folge, dass wir uns verstärkt um unseren Partner und die Beziehung bemühen“, sagt Neberich. „Uns wird dadurch signalisiert, wie viel uns an unserem Partner liegt und veranlasst uns dazu, ihm das auch zu zeigen.“

© Colourbox.de
Wann ist Eifersucht gefährlich?

Insgesamt jedoch gilt es für die Beziehung das richtige Maß zu finden. Das ist im Alltag nicht immer leicht, da Eifersucht ohnehin ein sehr subjektives Kriterium ist. Wann geht ein Verhalten noch als Eifersüchtelei durch? Wann wird es krankhaft? Das Gefühl kann Fischbach zufolge gefährlich werden, „wenn Eifersucht zur Qual wird – für einen selbst in Form von grübelnden Gedanken und kontrollierenden Handlungen sowie für die Partnerschaft, weil es durch Vorwürfe und Szenen ständig zu Streit kommt“.

Dem stimmt ihre Kollegin zu. „Extremer Eifersucht folgen leider oft dysfunktionale Verhaltensweisen wie Beschimpfungen oder verzweifelter Rückzug – was oft passiert, wenn sich Menschen sehr bedroht fühlen“, so Neberich. „Dies bewirkt am Ende meistens das Gegenteil von dem, was man eigentlich möchte, nämlich Nähe, Sicherheit und die Zuneigung des Partners.“

Dabei ist der Ursprung des Misstrauens nicht immer klar erkennbar, manchmal entsteht es ohne aktuellen Anlass. Woran lässt sich erkennen, dass es bereits ein krankhaftes Gefühl ist? „Der Betroffene wird unausweichlich von diesem Zustand beherrscht“, erklärt Fischbach. „Das macht sich durch tiefe innere Unruhe und lückenlose Kontrolle des anderen bemerkbar. Das ist ein Zeichen für ernste Selbstwert- und Verlustängste. Auf eine Beziehung wirkt Eifersucht in einem solchen Maß zerstörerisch.“

© Colourbox.de
Wie gehen wir mit Eifersucht um?

Wie die Partnerschaft auch gestrickt sein mag, ein wenig Eifersucht ist meist irgendwo verwoben. Deswegen ist wesentlich, damit richtig umzugehen. Denn, auch das offenbarte die Studie der „Apotheken Umschau“, mehr als die Hälfte der Befragten (56,1 Prozent) sagen, ihr Partner oder ihre Partnerin sei überhaupt nicht eifersüchtig und das fänden sie grundsätzlich gut. Außerdem sind mehr als 40 Prozent (42,7 Prozent) überzeugt, in einer guten Partnerschaft gebe es keine Eifersucht.

Ganz entscheidend ist für den Umgang mit Misstrauen ist, dass man dem Liebsten auf andere Art und Weise zeigt, wie viel er einem bedeutet. „Es wäre für eine Partnerschaft sehr viel bereichernder, wenn Liebesbeweise nicht über negative Zuwendung geschähen, sondern über positive Zuwendung, Aufmerksamkeit, Zärtlichkeit und Komplimente“, rät Fischbach. „Seinem Partner öfter mal eine Stunde Gehör zu schenken macht eine Beziehung stabiler, als ihm ein Theater zu machen, wenn er auf einer Party anderen Frauen hinterher guckt.“