Neue Erotik-UmfrageWarum Outdoor-Sex immer beliebter wird

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Sie genießen mit ihrem Liebsten einen romantischen Sonnenuntergang am Strand oder spazieren Hand in Hand durch den Wald. Irgendwann können Sie Ihre Gefühle nicht länger zurückhalten und es passiert. Sie haben Sex. Das klingt ungewöhnlicher, als es zu sein scheint. Immerhin ergab eine Umfrage unter 5000 Mitgliedern der Erotik-Community „Joyclub.de“ jüngst, dass bereits 90 Prozent aller Befragten Sex unter freiem Himmel hatten. Sie wären also in guter Gesellschaft.

Dass Outdoor-Sex in Deutschland an Beliebtheit gewinnt, bestätigt auch Professor Dr. med. Harald Stumpe: „Wir erleben derzeit eine Zunahme der Vielfalt in Sachen Sexualität. Das heißt nicht unbedingt, dass intime Erlebniswelten extremer werden, sondern dass sich die Menschen immer abwechslungsreicher und unbefangener ausleben“, so der Sexualpädagoge. Auch die Erfüllung beziehungsweise das Experimentieren mit alternativen Orten für den Geschlechtsverkehr sei ein Beispiel hierfür.

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Wald, Strand und Park sind am beliebtesten

Als Alternative zum Schlafzimmer eignen sich beispielsweise Wälder. Sie sind bei den Teilnehmern der Umfrage am beliebtesten. Stolze 71 Prozent gaben an, schon einmal zwischen Bäumen zur Sache gekommen zu sein. Auf den Plätzen zwei und drei rangieren Badeseen und Strände (je 60 Prozent), gefolgt von Parks (34 Prozent).

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Doch was macht den Reiz von Sex in der Öffentlichkeit aus? An oberster Stelle steht für die meisten Liebeshungrigen der Kick erwischt zu werden. Das macht ein Schäferstündchen unter freiem Himmel für 28 Prozent der Befragten besonders prickelnd.

Die Nähe zur Natur schätzen noch 13 Prozent der Mitglieder von „Joyclub“, während das oben gemalte Romantikbild kaum eine Rolle spielt. Lediglich sieben Prozent der Studienteilnehmer lassen sich spontan von der verliebten Stimmung verleiten.

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Planung ist das halbe Vergnügen

Woran es liegt, dass Sex im Freien selten aus der Situation heraus entsteht? „Diese Spielart findet im Kopf statt: Oft wird sie gar nicht umgesetzt und allein die Fantasie ist erregend“, erklärt Professor Stumpe, der an der Hochschule Merseburg die Professur für Sozialmedizin und Sexualwissenschaften hält.

Der Experte fügt hinzu: „Auch eine Portion Exhibitionismus ist mit im Spiel. So treffen sich Pärchen auch zu Outdoor-Partys.“ In Extremform geben Menschen laut Stumpe ihre Absicht vorher im Internet bekannt.

Wer sich allerdings beim Outdoor-Sex erwischen lässt, wird zur Kasse gebeten: Geschlechtsverkehr in der Öffentlichkeit gilt als Erregung öffentlichen Ärgernisses durch sexuelle Handlungen. Theoretisch droht sogar eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr.

Abschreckend wirkt das nicht auf alle. 70 Prozent der Befragten achten lediglich auf Diskretion. Weiteren 21 Prozent ist es schlichtweg egal, dass der Spaß sie viel kosten könnte.