Online-Flirts und heiße KüsseWo beginnt für Männer und Frauen das Fremdgehen?

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Womit endet die Treue? Für viele Deutsche ist schon der Fremd-Flirt ein Seitensprung.
Sobald die ersten Schmetterlinge wegflattern, steht erst die große Bewährungsprobe der frischen Liebe bevor. Denn eine harmonische Beziehung setzt auch einiges an Arbeit voraus. Vor allem die Monogamie bereitet dabei offensichtlich so manchem Deutschen dauerhaft Probleme. Doch alleine die Definition der Untreue scheint Ansichtssache zu sein. Eine neue Umfrage der Online-Partnerbörse Parship beweist: In einer Partnerschaft definieren Viele schon den Blickkontakt mit Fremden oder die simple Registrierung in einem Dating-Portal als Seitensprung.

Deutlich wird gleich zu Beginn der Ergebnisse eine Tatsache: Frauen schauen ganz genau hin und empfinden bereits kleinere Ausrutscher als Fremdgeh-Tatsache – und oft zugleich als Trennungsgrund. Bei einer Sache sind sich die Geschlechter zumindest einig. Fremdgeher werden von 68 Prozent der Befragten mit der Trennung bestraft. Doch wie sieht es mit Online-Flirts, fremden Küssen oder gar heißen Tänzen in einer Clubnacht aus? Für 75 Prozent der Frauen ist bereits die Anmeldung in einem Dating-Portal ein Seitensprung, bei den Männern sind 57 Prozent derselben Meinung. 27 Prozent der Befragten sehen die virtuellen Flirt-Avancen als Trennungsgrund.

Um gleich zu Beginn der Beziehung die individuellen Grenzen deutlich zu machen, rät Diplom-Psychologin Caroline Erb: „Klären Sie mit Ihrem Partner rechtzeitig, wo Ihre jeweiligen persönlichen Grenzen in puncto Untreue liegen und beugen Sie so Missverständnissen und Enttäuschungen vor.“ Zu den absoluten Beziehungskillern gehört für Frauen der Umfrage zufolge die käufliche Liebe: 92 Prozent betrachten einen Bordell-Besuch oder die Dienste eines Callgirls als Fremdgeh-Aktivität. 77 Prozent der Frauen würden sich nach einer solchen Tat ihres Liebsten trennen.

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Der Seitensprung ist für 68 Prozent der Befragten Grund zur Trennung.
Unter die Kategorie der Fremdgeh-Handlungen fällt also lange nicht mehr nur der Seitensprung im klassischen Sinne. Doch wenn es um Konsequenzen solcher Taten geht, nehmen es die Befragten nicht ganz so ernst. Obwohl 45 Prozent der Frauen bereits einen heißen Tanz mit Fremden als Untreue betrachten, würden sich nur acht Prozent von ihrem Partner trennen. Auch Fremdküssen würden nur 35 Prozent mit einem Beziehungsende bestrafen. Fazit ist also: Weiter bleibt Treue wichtigste Voraussetzung für die Beziehungen der Deutschen. Damit das Liebes-Idyll auch auf Dauer hält, lieber eine unangenehme Unterhaltung über die individuellen Grenzen in Kauf nehmen. Am Ende wird sich dieser kleine Aufwand sicher bezahlt machen.