Online-DatingGefühlsverwirrung

© Max Miller

Frage: Ist es nicht peinlich, im Netz nach Männern zu suchen?
Antwort: Nicht peinlicher als in Bars oder auf der Straße. Schon längst ist das Internet nach Partys und Arbeitsplatz der beliebteste Weg, jemanden kennen zu lernen. Betrachten Sie Online-Dating als Chance, nicht als letzten Ausweg. Dass sich im Netz nur kontaktgestörte Verlierer herumtreiben, ist ein Vorurteil. Bei einem Anbieter wie Friendscout24, der größten deutschen Dating-Börse, ist das Spektrum so breit wie im wahren Leben. Einige Nullen – und viele interessante Menschen.

Frage: Wie viel soll ich von mir preisgeben?
Antwort: Im Netz kann man leichter von sich erzählen als im wirklichen Leben. Man ist anonym, muss sich nicht so viele Gedanken darüber machen, wie man aussieht, hat die seltene Chance, mit Geist und Witz Eindruck zu machen statt mit plumpen Tricks. Das verführt dazu, zu schnell zu viel von sich preiszugeben. Überlegen Sie sich also genau, was Sie in Ihr Profil schreiben. Verschaffen Sie dem anderen ein Bild, einen Eindruck von sich, ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen. Eine Anekdote aus Ihrem letzten Urlaub ist okay. Eine Abhandlung über Ihre gescheiterten Ex-Beziehungen nicht.

Frage: Muss ich jedem schreiben, der etwas von mir will?
Antwort: Anfangs werden Sie sich von Nachrichten und E-Mails überschüttet fühlen. Wer rechnet schon damit, dass einem in 72 Stunden 13 Männer antworten? Genießen Sie die Aufmerksamkeit, aber lassen Sie sich nicht verführen, dem Erstbesten zu antworten. Lieber abwarten, wer noch anbeißt. Schließlich sind Sie in der Position, wählen zu können.

Frage: Kann man sich in jemanden verlieben, den man noch nie gesehen hat?
Antwort: Beim Online-Dating erzählt man sich schnell Intimeres als im wirklichen Leben – deswegen hat man häufiger als sonst das Gefühl, einen Seelenverwandten getroffen zu haben. Aber Sie sollten nicht vergessen: Von dem Mann, dessen Mails Sie so glücklich machen, wissen Sie nicht besonders viel. Wie er im Alltag auf Sie wirkt, wie er riecht, ob er sich in Restaurants linkisch benimmt – davon haben Sie nicht die geringste Ahnung. Bei Online-Beziehungen vergisst man gern, wie wichtig für jeden von uns Äußerlichkeiten sind, und neigt dazu, sich die Details schöner zu erträumen, als sie sind. Ob die Chemie auch im echten Leben stimmt, kann man nur dort herausfinden.

Frage: Wie kann ich sicher sein, dass er es ernst meint?
Antwort: Dating ist immer ein wenig wie ein Bewerbungsgespräch: Man versucht, sich von seinen besten Seiten zu präsentieren. Das ist im Netz nicht anders als offline. Allerdings hat niemand etwas davon, allzu sehr zu schwindeln – eine Bierwampe lässt sich spätestens beim ersten wirklichen Rendezvous nicht mehr kaschieren. Ganz sicher, ob jemand mit Ihnen ein böses Spiel treiben will, können Sie vermutlich nie sein. Vielleicht hält er sich mehrere Internet-Liebeleien gleichzeitig – aber das können Sie auch im wahren Leben nicht ganz ausschließen.

Frage: Wie soll ich mit ihm Schluss machen?
Antwort: Falls er es verdient hat, höflich per E-Mail, in der Sie ihm Ihre Gründe mitteilen. Falls er drängelt und unangenehm lästig ist: einfach nicht mehr antworten.