Quarterlife-CrisisGoldene Zwanziger?

© Kung Shing

Die Amerikanerinnen Alexandra Robbins und Abby Wilner beschreiben in ihrem gleichnamigen Buch, wie es zu dieser Lebenskrise in jungen Jahren kommt. Statt den Kopf in den Sand zu stecken, empfehlen sie, das Glück selbst in die Hand zu nehmen.

Zukunftsangst

Mit 25 war sie nun endlich angekommen im wirklichen Leben. Endlich keine Praktika mehr, sondern ein richtiger Job nach all den Jahren BWL. Eine Unternehmensberatung, nette Kollegen, gutes Gehalt, von außen betrachtet ein perfekter Einstieg. Doch in ihr sah es ganz anders aus. „Heute weiß ich, dass es einfach nicht der richtige Beruf für mich war", sagt Julia. Nach einem Jahr schmiss sie hin.

Die Selbstzweifel und Versagensängste blieben. Julia hatte kein Geld, keine Arbeit und vor allem nicht den blassesten Schimmer, was sie mit ihrem Leben anfangen sollte. „Ich stellte alles infrage. Meine Ausbildung, mein Leben, mich. Das Wort Zukunft löste Panik in mir aus. Irgendwann war ich so verwirrt, dass ich unfähig war, überhaupt noch eine Entscheidung zu treffen", sagt sie.

Es hat lange gedauert, bis Julia einigermaßen zurechtkam. Im Grunde genommen kann sie auch heute, fünf Jahre später, noch immer nicht voller Überzeugung sagen, dass sie ihren Weg endlich gefunden hat. Aber es wird allmählich besser. Sie arbeitet freiberuflich als PR-Beraterin und hat vor kurzem ein Fernstudium aufgenommen, um Web-Designerin zu werden.