Rätsel MannAllein unter harten Jungs

9 Uhr. Noch drei Stunden bis zum Start. Aufbruchstimmung. Diesig ist es, grau in grau. Es nieselt, ich friere. Wie ein grünbraunes Meer streckt sich das Tagebau-Gelände zum Horizont. Quell unendlicher Freude für Offroad-Fans. Auch für mich? Ich werde es allzu bald erfahren. Emsiges Treiben herrscht im Camp. Geräusche von geschundenem Metall, Rufe, sogar Kinderlachen klingen durchs Terrain.

Ich lerne: Zuerst müssen die Aufkleber angebracht werden, das Sponsoren-Outfit der Maschinen. Styling für die Stars der Staubmanege. Konzentriert, fast liebevoll werden sie auf unserem 20 Jahre alten Mercedes G platziert. Vergleiche zu einer Frau, die sich schminkt, drängen sich auf. Dann die kritische Analyse des Blechkleids: „Guck mal, Andrea, sieht richtig putzig aus“, sagt Florian, mein Fahrer. Von der Mean-Machine zum bunten Käferchen. Hoffentlich krabbelt es gut, denke ich. Vor allem am Hang. Noch zwei Stunden bis zum Start. Angst macht sich in mir breit.

Männer und ihre Maschinen: Eingeweide von Autos üben auf Rallyefahrer eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Es wird gefachsimpelt, verglichen, kritisiert und gelobt. Und manchmal, das ist auch sehr possierlich, verstummt das Gespräch. Dann verharren die Betrachter in stiller Andacht vor dem Aggregat. Bis einer das Standbild zerstört und mit dem Finger einen kleinen Schlauch an die rechte Stelle drückt, ganz zärtlich.