Rätsel MannApokalypse now!

© Andrea Ege

30 Sekunden später befinde ich mich in der Hölle auf Erden. Wie eine Wand türmt sich ein Sandberg vor uns auf und lacht: laut und höhnisch. Bevor ich schreien kann „Du fährst da auf keinen Fall hoch!!“, sind wir oben. Die nächste Anhöhe folgt auf dem Fuß. Der Motor brüllt. Ich sehe nur Himmel, wir fräsen uns hoch, bis die Hinterreifen durchdrehen. Drei, vier endlose Sekunden, dann krachen die Vorderräder auf Mutter Erde. „Land!“, denke ich, als wir ruckartig rechts wegkippen. Auf meine Seite. War klar. Nur noch Schlamm im Blickfeld. Vor meinem geistigen Auge sehe ich ein lustiges, buntes Playmobil-Auto den Berg hinunterkullern. Es knackt hinten rechts. Gas! Gas! Gas! Mein gefühlter Puls liegt bei circa 500. Geschafft. Ich wusste gar nicht, dass man im Panikzustand einen trockenen Mund bekommt …

In unserer gesprungenen Windschutzscheibe taucht ein anderer Mercedes G auf. Er war eine Minute vor uns gestartet. Wir nehmen die Verfolgung auf, fliegen fast über die staubige Buckelpiste. Wie schnell? Keine Ahnung. Der Tacho funktioniert nicht. 100, 120, 130 km/h? Immerhin hämmern 240 PS unter unserer Haube. Dumm nur, dass unser „Opfer“ Staub aufwirbelt. Viel Staub – und Steine. Es knirscht zwischen meinen Zähnen. Schmeckt irgendwie bitter. „Kannst du was sehen“, brülle ich zu Flo rüber. „Nö,“ brüllt er zurück, „ich seh’ nix, du?“ Was hatte die Rennleitung noch gleich beim Briefing gesagt? „Auf den Geraden gibt es Schlaglöcher mit einer Tiefe bis zu 76 Zentimetern. Wir haben sie nicht eingeebnet.“ Ich drehe gleich durch.