Rätsel MannIch bin drin!

© René Degelmann www.motocamp.de

Die dritte Runde. Irgendwie klingt es auch cool, das Gebrüll des Motors. Wir haben aufgeholt, trotz Hau-weg-den-Auspuff-Pause. Mein Adrenalinspiegel glättet sich langsam. Wie ein fetter Käfer krabbelt der G die Anhöhen rauf und runter. Schafft die unmöglichsten Hürden. Florian holt alles aus ihm raus. Und der Motor gibt alles. Die Angst weicht langsam einer bisher unbekannten Euphorie. Und … vielleicht könnten wir ja doch noch ein bisschen schneller …? „Los, gib Gas!“ Florian schaut mich an. Geschafft! Ich bin drin! Und der Sand zwischen den Zähnen schmeckt auch irgendwie gut. Wie, nur noch drei Runden?!! Schade …

Abends beim Lagerfeuer, die Abenteuergeschichten kursieren. Es ist kalt, aber einer echten Rallyebraut wie mir macht das nichts aus. Jede Schikane, jeder Unfall, jeder Fehler (der Konkurrenten!) wird diskutiert. Selten in meinem Leben habe ich so viele Männer gesehen, die wie ein Honigkuchenpferd strahlen. Immer wilder werden die Helden-Storys. Ich höre verwundert zu und denke nach. Was habe ich die letzten drei Tage gelernt? Erstens: Das Phänomen Mann lässt sich auch einem Rallye-Wochenende nicht enträtseln. Zweitens: Eine gebrochene Federaufnahme ist zwar suboptimal, hält aber einen echten Rallyefahrer nicht davon ab, 60 Kilometer lang damit durch hartes Terrain zu rasen. Und drittens: Die Faszination wilder Autojagden durchs Gelände kann ich jetzt nachvollziehen. Immerhin. Wann geht die Wüstenrallye los, Jungs? Ich bin dabei. Kein Späßle.