Scheidungsexperte zu Sylvie und Rafael„Bei einer Scheidung benehmen sich Erwachsene wie Kinder“

Traumpaare? Von wegen! Die Beziehungen dieser Turteltäubchen gingen in die Brüche. AMICA Online zeigt die härtesten und überraschendsten Trennungen der Stars.Sie selbst sind nicht verheiratet. Schreckt Sie denn Ihr Job so sehr von der Ehe ab?
Die vielen Probleme, die während einer Scheidung entstehen, sind wirklich sehr, sehr abschreckend. Sie schrecken in erster Linie aber von einer Scheidung ab, nicht so sehr von der Ehe. Trotzdem würde ich immer dazu raten, bei der Hochzeit einen Ehevertrag abzuschließen. Das mag zwar wenig romantisch klingen, aber dann ist vieles schon einmal von vornherein geregelt. Nicht nur hinsichtlich einer Scheidung. Es ist aber nicht so, dass mich mein Job fertig macht. Im Gegenteil. Ich sehe ihn immer wieder als Herausforderung und freue mich, wenn ich vermitteln kann.

Worauf kommt es denn bei Ihrer Scheidungsberatung an?
Mein Ziel ist eine Trennung auf Augenhöhe. Das größte Problem bei einer Scheidung sind nämlich die Emotionen. Erwachsene benehmen sich plötzlich wie kleine Kinder, streiten sich sogar über einen Löffel. Ich versuche dann, beide Partner wieder an einen Tisch zu holen. Glauben Sie mir, das ist schwerer, als es sich anhört! Denn viele wollen nicht mal mehr im gleichen Raum sein. Buchstäblich!

© Twitter/Sylvie van der Vaart
Liebes-Dreieck: Rafael van der Vaart mit Ex-Frau Sylvie und Neu-Freundin Sabia Bouhlarouz
Und wenn es klappt und sich die beiden doch zusammensetzen?
Dann unterstütze ich das Paar zusammen mit einem Team von Rechtsanwälten, Psychologen, Finanzberatern, Maklern und einem Notar. Wir beraten die Paare ganz individuell, je nachdem, welche Probleme und Streitpunkte sie haben, denn wenn keine Immobilien vorhanden sind, über die gestritten werden müsste, muss ich natürlich auch keinen Makler mitbringen. Unser Ziel ist, dass alle Fragen geklärt und alles Wichtige festgehalten und vereinbart wurde, bevor es dann zur eigentlichen Scheidung vor Gericht geht. Der Richter muss das Ganze dann eigentlich nur noch absegnen.

Was qualifiziert Sie überhaupt für diesen Job? Sie sind kein Scheidungsanwalt, kein Psychologe …
Das ist gerade der Vorteil. Besonders bei Psychologen und Paartherapeuten machen die Leute schnell dicht. Die sagen: Ich bin doch nicht krank. Ich hingegen bin kein Therapeut, sondern Berater, ein Mittler. Dadurch habe ich einen ganz anderen Zugang zur Sache und zu den Menschen. Den Leuten fällt es leichter, mir zu vertrauen.

Madonna kam bei ihrer Trennung glimpflich davon. So mancher Star zahlte weitaus mehr, um wieder eigene Wege zu gehen.Gibt es denn auch mal Happy Ends für Sie, ein Paar, das sich während Ihrer Beratung wieder vertragen hat?
Da gab es tatsächlich mal einen Fall. Wir hatten die beiden in ein Hotel eingeladen – in zwei Einzelzimmer natürlich. Während der Beratung haben wir schnell gemerkt, dass da noch Gefühle im Spiel sind. Wir haben dann ein Paar-Coaching gemacht. Und es hat geholfen: Das Paar ist noch immer zusammen.

Ist so viel Liebesglück nicht vielleicht doch ein Anreiz für Sie, auf eine Karriere als Wedding Planner umzusatteln?
Auf keinen Fall (lacht). Wedding Planner gibt es schon genug. Aber es gibt nur einen Divorce Planner. Mich.

Sie sehen so viele Ehen zerbrechen und wissen, woran sie scheitern. Haben Sie umgekehrt so etwas wie ein Patentrezept für eine glückliche Ehe?
Nach diesem Patentrezept suche ich selber auch schon. Ich frage sogar Menschen, die schon lange verheiratet sind, nach ihrem Geheimnis. Aber wenn ich ehrlich bin, denke ich, dass es solch ein Patentrezept gar nicht gibt und auch gar nicht geben kann. Das Wichtigste ist  einfach nur die Achtung vor dem Partner. Und wir sollten einander alle ein bisschen besser zuhören.

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