Schuld an der LiebeskriseBeziehung zu dritt? So führt Twitter nicht zum Aus

von AMICA Online Autorin
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Zugegeben, soziale Netzwerke eröffnen neue Dating- und Flirtmöglichkeiten. Doch spätestens wenn man in einer Beziehung ist, zeigen sich die Schattenseiten: Streit, Seitensprünge und sogar Trennungen sind die Folge von exzessivem Konsum – das belegen verschiedene Studien.

Wie viel Einfluss soziale Netzwerke auf unser Liebesleben haben, zeigte bereits eine Umfrage der britischen Scheidungswebsite „Divorce-Online.co.uk“: Mehr als 33 Prozent der 2011 eingegangenen Scheidungsanträge beinhalteten das Wort „Facebook“.

Die häufigsten Beschwerdegründe: unangemessene Nachrichten an User des anderen Geschlechts, fiese Kommentare unter den Posts von Ex-Partnern und Facebook-Freunde, die das Verhalten des Ehegatten anprangern.

Dass die Nutzung von Facebook Beziehungen schadet, bestätigte auch eine US-Studie der University of Missouri. Hier belegten die Forscher, dass exzessiver Facebook-Konsum mit einer hohen Trennungsrate bei Paaren zusammenhing.

In einer neuen Studie befragte der gleiche Forscher der University of Missouri, Russel Clayton, nun knapp 600 Twitter-Nutzer. Das Ergebnis: Je häufiger sich die Befragten auf der Plattform aufhielten, desto mehr stritten sie mit ihrem Partner. Exzessive Twitter-Nutzung führte außerdem zu Seitensprüngen, Trennungen und sogar Scheidungen.

Warum schaden soziale Netzwerke der Beziehung?

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Soziale Netzwerke haben auch Schattenseiten.
Somit wurde die Theorie, dass Soziale Netzwerke Gift für Beziehungen sind, wieder bestätigt. Woran das liegt, erklärt die Paarberaterin Sigrid Sonnenholzer. Der erste Grund: „Facebook verursacht ein Zeitproblem, da Paare sowieso nur wenig Freizeit miteinander verbringen können“, so Sonnenholzer. Allein das könne schon für Streit sorgen.

Ein weiterer Konfliktpunkt der sozialen Netzwerke sei, dass diese bei der Auseinandersetzung mit dem Freund oder der Freundin behindern. „Wenn man mit dem Partner Streit hat, setzt man sich heute vor den Computer, geht ins Internet und versucht dort Kontakte aufzubauen, die zu Hause vielleicht fehlen“, so die Therapeutin.

Dies führe dazu, dass man sich dann nicht mehr mit dem Partner und einem Lösungsvorschlag beschäftige, sondern mit der Fantasie, dass es mit jemand anderem einfacher sein könne.

Soziale Netzwerke als Partnerbörse

Sonnenholzer erklärt, dass die Nutzung von sozialen Netzwerken außerdem zu verstärkter Eifersucht zwischen Partnern führe. „Facebook ist meiner Meinung nach in vielen Aspekten einer Partnerbörse sehr ähnlich“, so die Expertin. Vermutungen, dass der Partner im Netz „fremdgeht“, werden häufig dadurch verstärkt, dass man nur einen Teil von dem mitbekommt, was er dort tut.

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So vermeiden Sie Streit

Um falsche Vermutungen zu vermeiden, empfiehlt Sonnenholzer, auf die Zeiten der eigenen Facebook-Nutzung zu achten: „Wenn einer um zwei Uhr morgens alleine online geht, weil der andere schon im Bett liegt, wirkt das verdächtig“.

Auch wer dem anderen den Zugang zu seinem Profil verwehrt, nicht mit ihm „befreundet“ sein will und beim Blick über die Schulter nervös wird, weckt Misstrauen.

Sigrid Sonnenholzer empfiehlt daher Partnern, dass „man sich gemeinsam in sozialen Netzwerken aufhalten sollte“. Die Paarberaterin legt sogar gemeinsame Accounts nahe. „Das vermindert die Gefahr falscher Interpretationen und sendet ein geschlossenes Signal nach außen“, so die Expertin.

Dieser Lösungsvorschlag erscheint uns doch etwas extrem. Wer trotzdem Streit vermeiden möchte, sollte möglichst offen mit seinem Partner über seine Aktivitäten auf sozialen Netzwerken reden. So wird sich schnell herausstellen, dass die neue Bekanntschaft nur ein Arbeitskollege ist und der Partner nur deshalb nachts online geht, weil er mit einem Freund in den USA chattet. Der Rest bleibt Vertrauenssache.

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