Sex on the JobSex im Hotel

© Kung Shing

Wenn sie darüber spricht, wird klar, wie wichtig ihr, dem Mädchen aus dem Odenwald, Status und Prestige sind. Geradezu ins Schwärmen gerät Kristiane, als sie von ihrem ersten Besuch beim Frankfurter Opernball erzählt. Wahnsinnig elegante Frauen seien dort gewesen. „Die Crème de la Crème.“ Und sie, die Metzgerstochter aus Michelstadt. Vor einem Jahr nahm ihr Chef sie dort mit hin. „Er fand es toll, mich immer an seiner Seite zu haben.“

Verliebt sei sie nicht in ihn – schon damals nicht. Vielleicht verknallt. Ein bisschen, doch, sicherlich. Genau kann sie das nicht sagen. Warum sie in der Nacht nach dem Fest in der Alten Oper mit ihm im Hotel „Hessischer Hof“ Sex hatte, weiß sie nicht. „Ist halt passiert“, wiegelt Kristiane ab. „Vielleicht lag es am Champagner“, sagt sie, als würde sie Worthülsen aus einer Fernseh-Soap wiederholen.

Loyal sei sie gegenüber ihrem Chef schon immer gewesen, verraten Kristianes Bankkollegen. „Wenn wir wollten, dass unser Boss etwas erfährt, haben wir es beim Mittagessen unauffällig der Kristiane erzählt“, amüsiert sich eine. Und natürlich hätte Kristiane auch indirekt angedeutet, dass da etwas laufe. „Sie hatte einen Treffer gelandet. Das will jemand wie sie doch weitererzählen.“