SMSDer Durchbruch für Männer

Dann kam die Erfindung der SMS, der Durchbruch für Männer. Damit haben sie endlich eine Möglichkeit, wirklich wichtige Dinge mitzuteilen, ohne überflüssige Worte zu verlieren. Mussten sie früher schon für eine simple Verabredung mit einer Frau ein gewisses Zeitfenster schaffen (eine Frage wie „Wie geht’s?“ lässt sich schließlich nicht einfach so beantworten), machen sie es sich jetzt leichter: „Würde dich gern wieder sehen“, schicken sie beispielsweise. „Abendessen nächste Woche?“ Man smst zurück, dass Dienstag passen könnte. „Hole dich um 20.30 ab“, lautet die prompte Antwort. „Freue mich. W.“ Nur Rauchzeichen wären noch knapper.

Per SMS wird dabei so offensiv geflirtet, wie die Herren es sich von Angesicht zu Angesicht nie trauen würden. Liebesbriefe finden dagegen nicht mehr statt. Es kommen jetzt rätselhafte Textbotschaften mit „Ild“. Ich brauchte mehrere Stunden, um zu entschlüsseln, was gemeint war (über die Lippen brachte der Herr das Gleiche übrigens erst Monate später).

Offenbar fühlen sich Männer mit ihrem Handy sehr sicher – weit weg vom fleischlichen Objekt ihrer Begierde. Vor allem haben sie Zeit, sich spritzige Retouren auszudenken. Besonders gut gelungene Antworten können auch gleich für spätere Anlässe gespeichert werden. Sehr praktisch für die Legastheniker unter den Verbalerotikern: Wer dreimal „weißt du“ mit weichem „s“ schreibt, wirkt nämlich gleich viel weniger sexy.

Tippfehler können natürlich auch daran liegen, dass die Durchschnittstastatur normaler Handys für breite Männerfinger zu schmal ist. Deshalb wurden BlackBerrys erfunden. Männer sind davon so begeistert, dass sie geradezu missionarische Züge entwickeln. Eine Freundin von mir bekam kürzlich von ihrem Liebsten ein BlackBerry geschenkt statt Blumen. „Bald kannst du ohne das Ding nicht mehr leben“, versicherte er so überzeugt, als hätte er gerade eine Prada-Tasche verschenkt.

Designmäßig machen diese Dinger nicht viel her, sie sehen aus wie ein Stück Toast mit Tastatur. Frauen brauchen sie keineswegs: Die können nämlich telefonieren, und sie tun es gern. Deshalb investieren Frauen in ausgeprägte soziale Netzwerke, Freunde und Familie. Und Männer nur in teure, kleine Laptops.

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Der Durchbruch für Männer