Restaurant-FührerDinner und dann ...?

Text: Mark van Huisseling
© Getty Images

Wenn er Mittagessen gehen will, ist noch nicht alles verloren. Aber auch noch nichts gewonnen. Der Mann, der eine Frau zum Mittagessen einlädt, ist ein Mann, der sagt „Ich finde dich sympathisch“, wenn er eigentlich sagen sollte „Es wird nichts aus uns“. So besehen kommen Einladungen zum Mittagessen von Männern mit Manieren, aber ohne Eier.

Eine Einladung zum Abendessen ist komplizierter. Es gibt drei Möglichkeiten: die Einladung in ein kleines, unauffälliges Restaurant im Viertel, wo man wohnt. Die Einladung in ein angesagtes Restaurant im Zentrum. Und schließlich die Einladung zu ihm nach Hause, wo er selbst kocht. Der kochende Mann ist nicht nur ein schönes Bild, es ist auch ein leicht zu durchschauendes: Er ist ziemlich überzeugt von seinen Fähigkeiten in Küche und Schlafzimmer beziehungsweise Wohnzimmer oder wo auch immer.

Er wird sein Spezialmenü zubereiten, zum Beispiel überbackene Austern, weil das nicht so aufdringlich ist wie normale Austern, aber die Geschichte mit der angeblichen Steigerung des Geschlechtstriebs trotzdem rüberkommt. Und er wird auch sonst so vorgehen, wie es ihn bereits zum Ziel brachte. Das Ziel ist klar, es ist nicht der Weg. Und Frauen, für die ein langer Marsch dorthin Bedingung ist, sollten eine solche Einladung nicht annehmen. Oder sich hinterher nicht beklagen, Männer hätten immer nur das Eine im Kopf.

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