Midlife-Crisis Welche Krise?

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Das Wort Midlife-Crisis kennt ein Mann gar nicht, behauptet Mark van Huisseling. Höchstens Burn-out. Und das hat dann auf alle Fälle etwas mit Motoren zu tun.
Text: Mark van Huisseling
© Colourbox.com
Mit der Frage „Genehmigst du dir eine Midlife-Crisis, Schatz?“ kann eine Frau viel anrichten. „Touché“, wird der Schatz denken, falls er Französisch spricht. Auf jeden Fall richtet sie etwas ziemlich Großes und vermutlich Schmerzhaftes an. Weshalb er zunächst abtaucht wie ein U-Boot in das tiefe Meer des Schweigens. Und wenn er dann irgendwann wieder auftaucht, wird er sagen: „Ich und eine Midlife-Crisis? Lächerlich. Ich bin vielleicht ein wenig gestresst … Ich glaube, ich habe so etwas wie einen Burn-out.“

Burn-out wäre in Ordnung für einen Mann. Burn-out ist der Preis, den ein Siegertyp gelegentlich bezahlt. Schließlich arbeitet man nicht zuletzt so viel und so hart, um seiner Freundin oder Frau etwas bieten zu können. Wenn Sie schon fragen müssen, fragen Sie nach Burn-out, nicht nach Midlife-Crisis.

Midlife-Crisis ist uncool. Midlife-Crisis ist Kevin Spacey in „American Beauty“, wie er an die Freundin seiner Tochter denkt und dazu unter der Bettdecke onanieren will. Midlife-Crisis ist, die 20 Jahre jüngere Sekretärin zu daten. Oder sich einen roten 911er Porsche zu kaufen. Ich sehe das nicht so eng. Deshalb genehmige ich mir zurzeit eine Midlife-Crisis. Das Interessante: Ich mag sie mittlerweile. Mir geht es ein bisschen wie in der Liedzeile von Element of Crime: „Erst wenn alles scheißegal ist, macht das Leben wieder Spaß.“

Und deshalb ist die Frau, mit der ich von 29 bis 42 zusammen war und die mit mir zusammen alt werden wollte (bevor sie meine Midlife-Crisis erkannte und benannte), nicht mehr in meinem Leben. Ich möchte eigentlich nicht alt werden, nicht mit ihr oder sonst jemandem. Das hat sie gestört. Aus irgendeinem Grund betrachten es Frauen als Qualität, wenn ein Mann alt werden möchte, vor allem mit ihnen.
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