Trophäenjagd Reiche Beute

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Goldgräberinnen wie Sienna Miller machen Jagd auf Milliardäre. Keine Frage der Moral, findet Mark van Huisseling. Er will Erfolge sehen.
Text: Mark van Huisseling
© Getty
Kommen Sie mir nicht mit Ihren kleinbürgerlichen Moralvorstellungen! Diesen typischen Satz aus Fernsehkrimis, die im Besserverdiener-Milieu spielen, wollte ich schon lange einmal schreiben. Jetzt gibt es einen Anlass dafür: Sienna Miller erlaubt sich, was Millionen Männer tun, ohne deswegen schlecht dazustehen. Aber weil Sienna eine Frau ist, findet man es schlimm und sieht in ihr eine Schlampe.

Mir doch egal, wen die 26-jährige Schauspielerin wem ausspannt. Wie sicher bin ich denn, wer in diesem Fall Täter ist und wer Opfer? Das ist es nicht, was mich stört an der Affäre von Sienna M. mit dem Öl-Erben Balthazar Getty, 33, (noch) verheiratet mit der fünf Jahre älteren Rosetta, Mutter seiner vier Kinder, deren Namen er sich auf seine Brust tätowieren ließ. Für die Öffentlichkeit ist Sienna Miller jedenfalls eine Goldgräberin. Also eine Frau auf der Suche nach einer attraktiven Geldader.

Eine der erfolgreichsten Goldgräberinnen war die im vergangenen Jahr verstorbene Anna Nicole Smith. Der 89-jährige Milliardär J. Howard Marshall heiratete die Nackttänzerin, als sie 26 war. Vermutlich war es nach strenger bürgerlich-romantischer Definition keine Liebeshochzeit. Aber ihr greiser Milliardär sah auf Fotos irgendwie zufrieden, ja sogar glücklich aus. Und Glück ist doch unbezahlbar, oder? Mich darüber aufzuregen, wäre mir nie in den Sinn gekommen. Anna Nicole hatte erreicht, was sie wollte. Mission accomplished.
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