Serie: Problem-Männer Der Aggressive
Als Chris Brown seine Ex-Freundin Rihanna schwer verprügelte, war die gesamte Öffentlichkeit schockiert. Doch was tun, wenn der eigene Mann plötzlich ausrastet?
Text: Veronika Schaller
Ihre erste große Liebe endete schmerzvoll. Als Pop-Star Rihanna im Februar 2009 mit Freund Chris Brown zur Grammy-Verleihung fährt, streiten sich die beiden wegen einer SMS. Die Situation eskaliert und der Rapper beginnt auf Rihanna einzuprügeln. „Ich dachte nur – ´Wann hört das auf? Wann hört das auf´. Er hatte kein Gefühl in den Augen. Er war nicht mehr er selbst“, erzählte die 21-Jährige kürzlich im amerikanischen Fernsehen.Das Polizeifoto von Rihannas aufgequollenem Gesicht geht um die Welt, das Tabuthema häusliche Gewalt wird öffentlich diskutiert. Vor allem als Rihanna kurzzeitig zu Chris Brown zurückkehrt, ist die Empörung groß. Heute sagt sie darüber: „Es ist fürchterlich. Ich liebte ihn so bedingungslos, dass ich zurückging.“ Für junge Frauen mit ähnlichen Problemen sei dies die falsche Botschaft gewesen.
Es kann Jede treffen
Ein Trauma ähnlich Rihannas, erleiden viele Frauen. Rund 25 Prozent der weiblichen Deutschen im Alter von 16 bis 85 Jahren haben körperliche oder sexuelle Gewalt in einer Beziehung erlebt. Dies zeigt eine repräsentative Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend von 2004.„Dass auch Frauen in mittleren und hohen Bildungs- und Sozialschichten mehr betroffen sind als bisher bekannt“, stellte das Ministerium in einer diesjährigen Studie fest. Neben Trennungsabsichten verursachten Gewalterfahrungen in der Kindheit familiäre Gewalt.
Zeichen erkennen, Grenzen setzen
„Wer sich nicht unter Kontrolle hat, regt sich schon bei Kleinigkeiten auf. Wenn ein Mann bei minimaler Kritik sehr wütend wird, kann das ein Vorbote schlimmerer Ausraster sein“, sagt Psychologin und Buchautorin Dr. Eva Wlodarek: „Am Anfang fliegt in einer nervlich sehr aufreibenden Phase vielleicht nur ein Teller auf den Boden“. Aber schon dieses vermeintlich harmlose Verhalten müsse alarmieren.Wichtig: Grenzen setzen. „Das ist jetzt ein Mal passiert – aber nie wieder!“, solle man laut Wlodarek sofort klar machen. Anstatt aber gleich mit Trennung zu drohen, rät die Expertin: „Erklären Sie ihm lieber, dass Sie beim nächsten Mal Konsequenzen ziehen werden“. Denn halte man die Drohung nicht ein, mache man sich unglaubwürdig.
Hat sich die Situation beruhigt und haben beide über den Vorfall nachgedacht, das Thema noch ein Mal zur Sprache bringen und Fragen stellen wie: Wie konnte es dazu kommen? Wie siehst Du das jetzt?
Im Artikel blättern
1
Der Aggressive






powered by plista




