UntenrumWie sag ich’s meinem Kinde?

© Maria Tokio

Sie ist noch keine zwei Jahre alt, will es aber schon genau wissen. Wir Eltern beraten uns. Scheide und Vagina klingt zu medizinisch, Möse zu salopp und zu erwachsen. Wir einigen uns auf Mumu. Lässt sich so einfach sprechen wie Popo, Pipi, Papa, Mama. Gut. Wäre wenigstens das erledigt.

Nichts da. Sie kam ins Bad, als ihr Vater duschte, zeigte zwischen seine Beine. Das also auch noch. Ich sagte Pipi, sie sah mich unsicher an. Pipi macht man doch. Aber was sonst? Penis? Wie klinisch. Nicht wenige Männer sprechen von ihrem „besten Stück“ (wie erniedrigend für den Rest des Körpers!), einige vom „kleinen Freund“ (was für ein Begriff von Freundschaft!) und andere wie Dieter Bohlen finden ihren Vornamen so toll, dass sie ihn mit einem „Kleiner“ versehen nach unten durchreichen. Nein, das ist nicht das Richtige für uns.

Abends diskutieren wir und einigen uns. Auf Pimmel. Nun sagt sie es bei jeder passenden Gelegenheit: „Da Mumu.“ Und manchmal auch, wenn es nicht ganz so passt: „Mama Mumu, Papa Pimmel.“ Es geht ihr leicht über die Lippen und sie freut sich dabei. Wir werden uns noch öfter beraten müssen. Die noch nicht einmal Zweijährige wird größer werden und sich mit Mumu und Pimmel nicht zufrieden geben.

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Wie sag ich’s meinem Kinde?