ZickenalarmDie beste Freundin

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Fatalerweise haben die meisten Frauen, was ihr Verhältnis zu anderen Frauen betrifft, die Pubertät nie hinter sich gelassen. „Das Bedürfnis nach weiblicher Nähe gepaart mit der Angst vor weiblichem Verrat könnte erklären“, sagt Phyllis Chesler, „warum so viele erwachsene Frauen sich so mädchenhaft im Umgang mit anderen Frauen verhalten: Sie wagen es nicht zu widersprechen, sie wagen es nicht, eine Freundin mit unangenehmen Wahrheiten zu konfrontieren.“

Freundinnen haben gefälligst permanent Verständnis zu liefern und ihre wahren Gefühle runterzuschlucken. Viele Frauen lassen denn auch eher eine Freundschaft sausen, als eine Konfrontation auszutragen, die die Freundschaft retten könnte. Schwierig wird es immer dann, wenn sich Lebenssituationen ändern. Frauenfreundschaften beruhen so sehr auf dem Diktat der Gleichheit und Identifikation – ich empfinde so wie du, ich bin so wie du -, dass jedes Abweichen sofort als Verrat interpretiert wird.

Und dann ist da noch das, was die Philosophin Janice Raymond einmal böse die „Solidarität der Schwäche“ genannt hat: Frauen, die immer füreinander da sind, wenn es einer schlecht geht, zicken, wenn es einer gut geht. Sie können sich über die größten Schwächen hinwegtrösten, aber nicht die Stärke der anderen aushalten. Sowie eine zehn Kilo abnimmt oder sich glücklich verliebt, schwanger oder befördert wird, ist die Krise da.