ZickenalarmPsychoterror statt offener Aggression

© Image Source

Viele Frauenbeziehungen dümpeln ständig auf einem Meer von unausgesprochenen Zwistigkeiten, Eifersüchteleien und Missverständnissen dahin, unterspült von Gefühlen wie Neid und Konkurrenz, die die weibliche Selbstzensur als inakzeptabel wegdrückt.

Diese diffuse Gemengelage macht eine Aussprache nahezu unmöglich. Also wird zu miesen Tricks gegriffen – irgendeinen Weg müssen sich die Gefühle ja bahnen. Offene Aggression ist bei Frauen immer noch tabu, aber „fast alle Frauen haben ein Repertoire von Techniken, mit denen sie andere Frauen schwächen, verwirren oder erniedrigen“, so Phyllis Chesler.

Die Methoden sind immer noch dieselben, die man damals auf dem Schulhof gelernt hat: Andeutungen ohne direkte Anschuldigung, Gerüchte, üble Nachrede, Sticheleien, genervte Blicke, Kommunikationsverweigerung, Isolierung. Frauen wählen gern Methoden, die es möglich machen, hinterher alles abzustreiten – rückstandslose Gifte sozusagen, so fein dosiert, dass nachträglich alles als ein Missverständnis, ein Zufall oder eine Überempfindlichkeit hingestellt werden kann.

Gern wird der Psychoterror als Mannschaftssport betrieben. Frauen sind darauf geeicht, Koalitionen zu bilden. Sofort wird weitererzählt, was die Kuh jetzt schon wieder getan hat, und selbstverständlich wird verlangt, dass man fassungslos nach Luft schnappt: „Sie hat was gesagt?“ Wer die Angegriffene verteidigt, macht sich gleich mitschuldig. Frauen haben ein derartiges Bedürfnis nach Zugehörigkeit, dass der Ausschluss aus einer Gruppe wie ein kleines Todesurteil ist.