ZickenalarmWeibliche Grausamkeiten

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Phyllis Chesler geht es in ihrem 550-Seiten-Wälzer „Womans Inhumanity to Woman“ um den täglichen Psychoterror, die sorgsam verborgene Aggressivität und die blanke Voreingenommenheit, die Frauen anderen Frauen gegenüber haben.

Eine Studie mit 15.000 Beteiligten in 19 Ländern ergab, dass Frauen erstaunlich sexistisch sind. Sie finden Frauen weniger glaubwürdig und weniger Respekt einflößend als Männer, sie sind schnell bereit, das Schlimmste von ihnen zu denken, und haben ein tief verwurzeltes Grundmisstrauen gegenüber anderen Frauen.

Die Gewalt von Frauen, so Phyllis Chesler, ist nicht physisch, sondern psychisch, ihre Waffen sind Worte und Gesten, Spott und Klatsch – und manchmal auch ganz einfach nur Schweigen. „Wir haben immer Männer für alles verantwortlich gemacht. Bis wir darauf kamen, dass einige unserer schlimmsten Verletzungen von Frauen verursacht waren.“

Das Zickentum beginnt im zartesten Alter. Bis sie vier Jahre alt sind, verhalten sich Mädchen genauso aggressiv wie Jungs: Sie hauen, schubsen, balgen sich um Spielzeug. Dann aber lernen sie, dass Mädchen „so was“ nicht tun, und entwickeln neue Techniken der Kriegsführung, die scheinbar jede Auseinandersetzung vermeidet, aber verheerender wirkt als jedes blaue Auge.

Sie lernen zu petzen, Geheimnisse zu verraten, Gerüchte zu erfinden, zu tuscheln und mit dem Finger zu zeigen, genervt mit den Augen zu rollen, eine Freundin ohne Erklärung fallen zu lassen, sich aus Rache mit einer anderen anzufreunden, jemanden aus einer Clique rauszudrängeln, laut genug über jemanden herzuziehen, dass es gerade noch gehört wird, oder jäh zu schweigen, wenn das Opfer den Raum betritt.