Musik Viel Britpop-Hype um Tribes

 

Nirgendwo funktioniert der Hype um coole junge Rockbands so gut wie im Pop-Mutterland Großbritannien. Nach all den Libertines, Arctic Monkeys, Kaiser Chiefs und Kooks steht nun das Londoner Quartett Tribes in den Startlöchern. Und so ähnlich wie all die Genannten klingt es auch.
© dpa / Cooperative Music
Die Tribes haben auf das The verzichtet.
Im Vorjahr wurde die Band zum „next big thing“ ausgerufen, ohne dass man schon viel mehr als eine flotte Single gehört hätte. Den dynamischen Riff-Rocker „We Were Children“ erkor ein bekannter BBC-Moderator gleich zum „hottest record in the world“.

Jetzt also das von vielen gespannt erwartete Debüt-Album mit dem an Schlichtheit kaum zu überbietenden Titel „Baby“. Gemach, gemach, kann man nur sagen angesichts der elf sympathischen, aber doch recht unspektakulären Rocksongs und Balladen.

„Whenever“ ist mit seinen vorwärtsstrebenden Grunge-Gitarren und dem stehkurventauglichen Refrain ein Start nach Maß. Mit dem schon bekannten „We Were Children“ halten Johnny, Miguel, Dan und Jim alias Tribes das Tempo hoch, ehe sie mit „Corner Of An English Field“ in einen gemächlicheren Trab verfallen und mit „Half Way Home“ ihre Schmuserocker-Qualitäten testen.

Auf solidem, aber eben nicht überragendem Niveau geht es bis zum Ende des 40-minütigen Albums weiter. Johnny Lloyd ist ein durchaus versierter Sänger, aber ihm fehlt das Charisma eines Alex Turner (Arctic Monkeys) oder Pete Doherty (Libertines).

Da können sich die vier Tribes-Jungs für das Album-Cover noch so lässig auf der Bank vor einer Backsteinmauer herumfläzen: Mit diesem Debüt geht die Krise der Insel-Rocker leider nicht zu Ende. Britpop-Hype – der Nächste bitte.
Quelle: dpa
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