Burn-outDas Ding namens DINS

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Das Merkwürdige daran: Es scheint uns nicht besonders zu stören. Sicher, Petra, Abteilungsleiterin in einem Sportgeschäft, und Rainer, Prokurist bei einer Versicherung, hatten zuerst schon Zweifel, ob etwas nicht stimmt mit ihrer Beziehung. „Insgeheim fragt man sich ja doch, ob man den anderen nicht mehr begehrt oder ob der Sex mit ihm einfach zu langweilig ist“, weiß Petra. „Aber damit hat das nichts zu tun. Sonst würde ich wahrscheinlich fremdgehen. Das habe ich bei früheren Freunden ja auch getan. Aber Rainer ist der Richtige. In unserer Beziehung spielt Vertrauen eine riesige Rolle. Er ist mein bester Freund. Ich weiß auch nicht, wie man unser Ding nennen soll.“

Experten schon: DINS. Denn nach den Yuppies (Young urban professionals) in den Achtzigern und den Dinks (Double income no kids) der Neunziger wird die Generation des neuen Jahrtausends mit „Double income no sex“ umschrieben. Der Begriff beruht sogar auf wissenschaftlichen Studien. Forscher der Universität Chicago befragten beinahe 3500 Männer und Frauen (Singles und Paare) nach ihren Lebens- und Sexrhythmen. Dabei stellte sich heraus, dass vor allem besser verdienende Paare im Job Gas geben und im Bett auf die Bremse drücken.

Bücher zum Thema wurden in den USA sofort Bestseller, homöopathische Medikamente, die versprechen, wieder Sex in die Ehe zu bringen, waren sofort ausverkauft. Allein die Pille „Avlimil“ verkaufte sich im ersten Monat nach der Markteinführung 200 000-mal. „Es ist nicht klar, ob die Anzahl der sexlosen Ehen zugenommen hat – oder ob jetzt einfach offener darüber gesprochen wird“, erklärt Therapeutin Michele Weiner Davis, Autorin von „The Sex-Starved Marriage“, dem Kultbuch zum Thema.