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S. 8/92
Nur zehn Prozent der europäischen Männer sind beschnitten. Bei Moslems, Juden und vielen afrikanischen Völkern wird die Beschneidung bereits im Säuglings- oder Kleinkindalter vollzogen – als Zeichen der Aufnahme in die Religions- oder Stammesgemeinschaft. Viele Menschen werden heute aber auch aus hygienischen Gründen beschnitten – unter der Vorhaut können sich Ablagerungen (Smegma) sammeln, die eine Entzündung auslösen und auch Krankheiten auf die Frau übertragen können. Besonders in den USA ist die Beschneidung aus hygienischen Motiven weit verbreitet. Weltweit kann man davon ausgehen, dass jeder vierte Mann beschnitten ist.
Auch bei Frauen und Mädchen in vielen Teilen der Erde immer noch an der Tagesordnung. Geschätzte 130 Millionen Frauen in Asien, Südamerika und Afrika sind „genital amputiert“ (Quelle Unicef). In Ägypten praktizierten Extrem-Moslems sogar die so genannte Infibulation (lat. Spange). Dabei wird die Scheide nach dem Abtrennen von Kitzler und Schamlippen zusammengenäht, so dass nur eine kleine Öffnung bleibt. Zum ehelichen Verkehr wurde die Scheide dann wieder aufgetrennt. Nach abgeschlossener Gebärtätigkeit konnte der Mann seine Frau erneut zusammennähen lassen. Die Römer ließen ihre Sklavinnen vernähen. Der Grund: Sie wollten deren Arbeitskraft nicht durch eine Schwangerschaft verlieren.