SexikonVerhütung

Einerseits dienen Verhütungsmittel der Vermeidung unerwünschter Schwangerschaft, andererseits der Vorbeugung von Geschlechtskrankheiten.

Die gewagteste Methode der Empfängnisverhütung ist der „Coitus Interruptus“, also Vermeidung des Samenergusses durch vorzeitige Beendigung des Geschlechtsverkehrs. Dabei wird oft der so genannte „Sehnsuchtstropfen“ vergessen, der bereits Samen enthalten kann.

Ebenfalls nicht besonders sicher ist die Bestimmung der fruchtbaren Tage: Mittels Menstruationskalender, Temperaturmessung und Anlegen einer Basal-Temperaturkurve, Speichel- oder Muttermundschleimtest sowie Urin-Test kann der Zeitpunkt des Eisprungs bestimmt werden. Doch Faktoren wie Stress und Alkohol können die Daten durcheinander bringen.

Die Anti-Baby-Pille zählt zu den sichersten Methoden. Sie greift in den Zyklus ein, indem sie der Frau täglich eine kleine Menge Gestagen zuführt – ein künstliches Gelbkörperhormon, das dem Körper vorspielt, der Eisprung sei schon geschehen. Folglich finden keine Follikelreifungen mehr statt, der Eisprung bleibt aus. Die gleichzeitige Gabe von künstlichem Östrogen führt zum Aufbau einer sehr dünnen Schleimhaut in der Gebärmutterhöhle, die eine Einnistung der Eizelle verhindert.

Auch die Kupferspirale ist eine sehr sichere Variante, doch nicht jede Frau verträgt die Spirale. Das kupferummantelte Pessar wird in die Gebärmutter eingeführt und bleibt dort. Der Fremdkörper im Uterus vermeidet die Empfängnis, weil er für einen beschleunigten Eitransport durch die Eileiter sorgt. Zudem schafft das Kupfer eine spermienabtötende Atmosphäre.

Ein sicheres, wenn auch umständliches mechanisches Verhütungsmittel ist das Diaphragma, eine Latexscheibe, die den oberen Teil der Scheide inklusive Muttermund zwischen Schambein und hinterem Scheidengewölbe wie eine Trennwand abdichtet.

Das Überstülpen des Kondoms ist zwar auch eine Unterbrechung des Liebesspiels, aber unschlagbar als Schutz vor Ansteckung mit Hepatitis oder Aids. Bei ordnungsgemäßer Anwendung bietet es ausreichende Sicherheit vor ungewollten Schwangerschaften.

Hundertprozentigen Schutz vor Schwangerschaft, bringt die Sterilisation der Frau durch Unterbrechung der Eileiter. Im Gegensatz zur Sterilisation des Mannes, denn diese ist wieder rückgängig zu machen, oder die Samenleiter wachsen von allein wieder zusammen.