Lektion 3Der erste Kontakt

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Regel Nummer eins: Dies ist nicht die letzte Chance in Ihrem Leben, mit einem interessanten Mann zu reden. Entspannen Sie sich: Es kommt nicht darauf an. Wenn nicht der, dann ein anderer. Wenn nicht jetzt, dann ein anderes Mal.

Regel Nummer zwei: jederzeit. Überall. „Erfolg ist, für die Gelegenheit bereit zu sein, wenn sie kommt“ (Benjamin Disraeli, britischer Staatsmann und großer Verführer). Die Gelegenheit kann an der Käsetheke kommen oder in der Economy-Class, in seltenen Fällen auch in einer brülllauten Disco samstagnachts. In Supermärkten und Buchhandlungen sind Männer sozusagen vorsortiert: Ein Blick in den Einkaufswagen sagt alles (die mit Kleiner-Feigling-Flaschen oder Alete-Gläsern auslassen), wenn er vor dem Regal mit englischsprachiger Literatur steht, haben Sie den perfekten Anknüpfungspunkt.

Regel Nummer drei:
Augenkontakt. Eine Sekunde länger gucken, als nötig wäre. Abwarten. Wieder gucken. Wer gar nicht mag, guckt nicht zurück. Der Nächste, bitte.

Regel Nummer vier:
Was Sie sagen, ist egal, solange es kein auswendig gelernter Anmachspruch ist. Aber sagen Sie was.

Regel Nummer fünf: Lassen Sie Ihren Körper sprechen. Wenden Sie sich ihm mit dem ganzen Körper zu, auch wenn zehn Leute zwischen Ihnen stehen. NLP-Therapeuten stellen eine schnelle Verbindung zu ihren Klienten her, indem sie deren Mimik und Körpersprache bis hin zum Atemrhythmus spiegeln, getreu der alten Verführungsregel: „Wer so ist wie ich, den mag ich.“ Das können Sie auch probieren: Beine übereinander schlagen, wenn er es tut, vorbeugen, wenn er es tut. Erfordert Konzentration, ist aber äußerst wirkungsvoll. Wenn Sie irgendwann näher an ihm dran sind: Berühren Sie ihn ganz, ganz zufällig. (Übrigens ein alter Kellnerinnen-Trick: Wer männliche Gäste leicht am Arm berührt, kriegt mehr Trinkgeld. Erwiesen.)

Regel Nummer sechs (die kommt jetzt vielleicht ein bisschen spät): „Eine halb nackte Frau hat nicht viel zu bieten.“ Wir zitieren hier Bienvenida Buck, die es durch serielles Heiraten diverser Millionäre zu Geld und Bestsellerruhm gebracht hat. „Lassen Sie seine Phantasie arbeiten. Wenn ich einen Hut trage und er das kommentiert, sage ich, danke, aber Sie sollten mal meine goldenen Strapse sehen.“ Die sie selbstverständlich nicht zeigt. Wenn es sie überhaupt gibt. Mal abgesehen von den goldenen Strapsen: Die Technik ist klar, oder?