Brad PittSieg der Vernunft

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Mein Leben ist reicher geworden, seitdem ich anderen Menschen helfe“, sagt er jetzt, und es klingt, als wolle er sich für sein mit Geld gesegnetes Hollywood-Dasein rehabilitieren.

Er ist nicht der einzige Star, der „Gutes tun“ neuerdings mitmacht wie einen Modetrend: Cameron Diaz fährt ein Hybrid-Auto. Julia Roberts wickelt ihre Zwillinge in biologisch abbaubaren Windeln. Lindsay Lohan trägt „organisch“ bearbeitete Jeans von Rogan. Green is the new black. Und Brad Pitt baut Häuser für die Armen in Indien.

Sein Engagement ist, keine Frage, sehr lobenswert. Aber es macht ihn auch entsetzlich fad. Pitt hat sich schon immer so verhalten, als würde er sich als schöner Schwindler sehen. „So, wie man auf mein Aussehen fixiert ist, komme ich mir vor wie ein Mädchen, das an einer Gruppe Bauarbeiter vorbeigeht“, beschwerte er sich und ließ sich sein absurd perfektes Gesicht für „Fight Club“ kaputt schminken.

Er versuchte sich als Architekt und gründete seine eigene Produktionsfirma. Er nahm diese Aufgaben durchaus ernst. Aber er hatte trotzdem noch seinen Spaß.

Er ließ sich halb nackt und grinsend in zerwühlten Laken fotografieren, ging mit Reportern von Männermagazinen CDs kaufen und trieb am Set von „Ocean’s Eleven“ mit Kumpel George Clooney Scherze auf Kosten der Kollegen. Er war lässig. Ein großer Junge.