Spielerfrau, Gattin, Astrologin„Es gibt sinnvollere Berufe als It-Girl“

[kein Linktext vorhanden]In Ihrem Buch fehlt leider die Alternative. Wozu raten Sie Frauen, die nicht besonders gebildet, nicht besonders talentiert sind. In welchem Beruf können sie es schaffen, sich nicht lächerlich  zu machen?
Decker:
Ganz im Gegenteil, wir beschreiben doch circa 40 mögliche Frauenberufe in allen Facetten. Frauen können sich danach überlegen, womit sie ihr eigenes Leben und das anderer Menschen belästigen. Es gibt ja nun wirklich sinnvollere Dinge als als It-Girl Karriere zu machen oder sich mit Nagelkram zu beschäftigen. Man hat halt heute den Eindruck in der Gesellschaft, man kann den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen, ohne etwas dafür tun zu müssen. Das ärgert mich.

Die Nachfrage scheint ja da zu sein. Oder warum nehmen die Menschen die Dienste einer Astrologin oder Farbberaterin an, anders: Warum lässt sich Rafael van der Vaart ein Kind andrehen?
Decker:
Rafael van der Vaart ist Fußballer. Fußballer haben doch nicht alle Latten am Zaun. Die sind ja nicht der Prototyp unserer Gesellschaft. Und auch Formate wie Bauer sucht Frau und Schwiegertochter gesucht haben tolle Quoten – aber man muss ja nicht immer alles gut finden, was anscheinend erfolgreich ist. Wir haben uns mal eine eigene Meinung erlaubt.

In einem Interview mit der „Berliner Zeitung“ wurden Sie gefragt, warum Sie selbst keine Gattin sind und Sie haben geantwortet: „Es liegt mir nicht, von einem Mann finanziell abhängig zu sein.“ Darf eine emanzipierte, selbstständige Frau also nicht heiraten, geschweige denn eine Familie gründen?
Decker:
Ich rate Frauen davon ab, sich finanziell abhängig zu machen. Das ist damals kein Honigschlecken gewesen und ist es heute nicht.

Sie werden auf „Wikipedia“ als Kabarettistin, Moderatorin und Sängerin gehandelt. Wie überzeugen Sie denn die Menschen von der Sinnhaftigkeit Ihrer Berufe?
Decker:
Ich würde mal sagen, ohne eingebildet zu sein, ich habe jetzt in 18 Jahren immer Qualität geliefert. Immer. Und ich habe mein Publikum auch nie enttäuscht. Ich sage, wer unterhält, hat Recht!

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Gabi Decker und Jens Westerbeck
Wem raten Sie denn zur Lektüre des Buches?
Decker:
Allen! Also Frauen als kleine Berufsberatung. Und Männern, damit sie wissen, wie viel sie eine Frau kostet, die Pferde-Osteopathin ist oder gerade ein Fernstudium macht

Aber interessiert das die Männer überhaupt, Herr Westerbeck?
Westerbeck:
Also ich als Mann habe schon immer darauf geachtet, was die Leute beruflich machen. So ein Beruf bestimmt ja auch die Freizeit und den Rest des Lebens.

Aber Sie reden hier von sich. Es gibt doch genug Männer, die sich Frauen wünschen, die einfach nur gut aussehen, wenig Stress machen und möglichst wenig eigene Meinung haben, oder?
Decker: Ja, ABER: Nach 1,5 Jahren Beziehung erzählen die ihren besten Kumpels: „Die geht mir so auf den Sack!“ Das erzählen die natürlich nicht jedem, unter der Hand ist das aber bekannt. Das geht nur das erste halbe Jahr gut, solange sie sagt „Oh, du bist der Größte, du hast den Größten!“.

Gibt es denn auch idiotische Männerberufe?
Westerbeck:
Ja natürlich gibt es genug idiotische Männerberufe: Dschungelkönige, Dekorateure, Fußballspieler oder der König von Mallorca.

 

Titel: Lassen Sie mich durch, mein Mann ist Arzt! Die Gattin und andere schöne Berufe

Autoren: Gabi Decker, Jens Westerbeck

Verlag: Orell füssli, Zürich

Preis: 14,95 Euro

Zu den Autoren:

Gabi Decker ist als Moderatorin, Sängerin und Kabarettistin bekannt aus Funk und Fernsehen. Sie arbeitete als Radiomoderatorin, als Gag-Schreiberin, unter anderem für Harald Schmidt und trat deutschlandweit als Solo-Künstlerin auf.

Jens Westerbeck arbeitet als TV-Autor und schreibt Gags für Künstler wie Atze Schröder oder Matze Knoop. Er ist Verfasser des Bestsellers „Boat People“.

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„Es gibt sinnvollere Berufe als It-Girl“