AMICA-UmfrageDorothea Assig

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AMICA: Gibt es einen „Obama“-Faktor in Ihrem Leben?

Dorothea Assig, Topmanagement Coach: Ja, ich liebe Veränderungen, sie fallen mir leicht. Diese Krise erfordert Orientierung, und ich gebe sie. Mein Obama-Faktor ist: ich gebe Orientierung.

Was haben Sie sich im letzten Monat gegönnt?

Die Zeit für hochkarätige Supervision.

Worauf haben Sie verzichtet und warum?

Ich habe darauf verzichtet, meinen unternehmerischen Erfolg als selbstverständlich zu nehmen. Stattdessen freue mich wieder mehr über neue Aufträge und bin dankbar für das Vertrauen.

Was ist wichtiger, was ist unwichtiger geworden?

Diese Krise lenkt meinen Blick auf das, was ich an Glück, Zufriedenheit und Privilegien in meinem Leben habe. Wichtiger: Dankbarkeit. Unwichtiger: Dauernd die Börsentrends und den Stand des eigenen Portfolios zu beobachten.

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Was fällt Ihnen in Ihrem persönlichen Bereich zu dem Begriff „Change“ ein?

Es entspricht mir, „Change“ ist mein Lebenselixier. Deshalb stimmt mich die Wahl Obamas so zuversichtlich, weil sie zeigt, auch scheinbar aussichtslose Veränderungswünsche sind möglich. Das bestärkt mich in meinem Glauben, dass es eine Entwicklung zu mehr Wertschätzung aller Menschen gibt.

Wen oder was haben Sie für sich neu entdeckt?

Überraschungen. Dies ist die Zeit unerwarteter Entwicklungen. Noch nie hatte ich in einem Januar so viele, so große Aufträge. Nichts ist unmöglich, ich mache mich damit vertraut, auf überraschende Entwicklungen gelassen zu reagieren.

Auf welche persönliche Veränderung sind Sie besonders stolz?

Als weibliche Autorität in meinem Feld fällt es mir schwer zu akzeptieren, wenn Frauen ihr professionelles Talent nicht konsequent entwickeln. Da werde ich inzwischen etwas nachsichtiger ...

Bitte vervollständigen Sie den Satz: „Jetzt habe ich endlich die Chance ...“

... ergriffen, ernsthaft die Projekte anzugehen, die ich bereits seit einiger Zeit vorhabe: zusammen mit meiner Geschäftspartnerin ein Hörbuch über die Erfolgsgeheimnisse für das Topmanagement herauszubringen und mein Wissen über große Karrieren zu veröffentlichen.

Und last not least: Was nervt Sie an dem ganzen Krisen-Gerede?

Je mehr über die Krise geredet wird, desto mehr ist meine Orientierungs-Qualität als Topmanagement Coach gefragt. Das freut mich eher, als dass es mich nervt.