AMICA-UmfrageFelicitas Woll

AMICA: Gibt es einen „Obama“-Faktor in Ihrem Leben?

Felicitas Woll, Schauspielerin: „Obama“ steht für mich für die Erneuerung, für den Umbruch. Obama wurde an meinem Geburtstag vereidigt und das hat mir persönlich eine neue Richtung gegeben, die sich kraftvoll auswirkt und mir das Gefühl gibt, dass ich mit der Absicht den richtigen Weg gehe.

Was haben Sie sich im letzten Monat gegönnt?

Ich habe mir Zeit gegönnt, um mein Leben neu zu ordnen und mal zu sehen, wo ich stehe. Ballast abzuwerfen und mich von Dingen zu trennen, fällt mir oft schwer. Und genau das habe ich getan. Ich habe mir ein Stückchen Erde gegönnt, auf dem ich leben kann und Tomaten anbaue. Für mich ist Land der größte und wertvollste Besitz.

Worauf haben Sie verzichtet und warum?

Ich versuche ab und zu auf mein Auto zu verzichten und mal wieder zu Fuß zu gehen, auch wenn es dabei so kalt ist, dass einem die Tropfen an der Nase zu Eis gefrieren.

Was ist wichtiger, was ist unwichtiger geworden?

Wichtig ist mir meine Tochter und meine Familie. Ohne sie bin ich nicht glücklich. Unwichtig sind für mich Fragen über oberflächliche Dinge, die sich nur auf Äußerlichkeiten beziehen.

Was fällt Ihnen in Ihrem persönlichen Bereich zu dem Begriff „Change“ ein?

„Veränderung“ heißt für mich nicht still zu stehen, sondern zu sehen, wo man steht und jeden Tag aufs Neue an sich zu arbeiten. Es gäbe für mich nichts Schlimmeres als mein Leben lang nur geradeaus zu sehen, nicht mal nach oben zu sehen und mich damit zu begnügen.

Wen oder was haben Sie für sich neu entdeckt?

In erster Linie entdecke ich für mich, mit mir alleine glücklich zu sein. Nicht abhängig zu sein von irgendeiner Vorstellung. Alleine zu sein, heißt ja nicht einsam zu sein, obwohl man das des öfteren in meinem Beruf ist. Ich versuche einfach meine Gedanken zu verändern, indem ich nicht mehr sage, ich weiß nicht, ob ich das schaffe. Ich sage mir, ich schaffe das ... jetzt erst recht.

Auf welche persönliche Veränderung sind Sie besonders stolz?

Zum Beispiel, an meinem inneren Schweinehund zu arbeiten. Und ihm jeden Tag aufs neue etwas weniger Auslauf zu geben. Und diese Veränderung ist noch nicht abgeschlossen.

Bitte vervollständigen Sie den Satz: „Jetzt habe ich endlich die Chance ...“

... mit mir glücklich zu werden!“

Und last not least: Was nervt Sie an dem ganzen Krisen-Gerede?

Dass wir in einer Krise sind ist ja eine Tatsache. Krisen sind ja da um sie zu überstehen, ich hoffe nur dass unser Erdtrabant sie/uns übersteht. Wenn jeder denkt, naja die anderen werden es schon machen, was kann ich schon tun, hat man schon verloren. Ich kann nur versuchen, bei mir anzufangen, dann denke ich hat man die Chance etwas zu verändern.