AMICA-UmfrageFiorella Villa

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AMICA: Was haben Sie sich im letzten Monat gegönnt?

Fiorella Villa, PR & Communication Manager B&B Italia:

Ich hatte die wunderbare Gelegenheit mit meinem Mann und meinem sechsjährigen Sohn zweimal samstags Skifahren zu gehen. Das ist etwas Besonderes für uns, weil wir alle erst Skifahren gelernt haben und so glücklich waren, zusammen einen sonnigen Tag in herrlicher Landschaft zu verbringen. Gesunde frische Luft, Sport und Spaß mit den wichtigsten Menschen in meinem Leben – das hat mich wirklich glücklich gemacht!

Worauf haben Sie verzichtet und warum?

Bisher hat sich mein Leben nicht verändert. Langweilig zu sagen, dass mein Hauptproblem ist, sehr effizient zu sein – ich habe ein sehr stressiges Leben und die Zeit ist immer zu knapp. Arbeit ist die eine Priorität, Familie die andere ... Pflichten warten überall. Da bleibt keine Zeit für mich. Deshalb musste ich auch auf nichts Spezielles verzichten, ich mache weiter wie zuvor. Natürlich ändern sich die Dinge um mich herum, aber manchmal sind sie positiv. Mein Mann stellt beispielsweise einen Rückgang seiner Arbeit fest und deshalb arbeitet er Samstagvormittag nicht mehr. So haben wir mehr Zeit mit unserem Sohn!

Was ist wichtiger, was ist unwichtiger geworden?

Ehrlich gesagt hat sich bis jetzt nichts verändert. In meinem Job habe ich mit vielen Menschen in unterschiedlichen Ländern zu tun und alle erzählten von Sorgen, pessimistischen Erwartungen und Angst. Ich war immer ein sehr rationaler Mensch, der mit beiden Beinen auf dem Boden stand. Gewöhnlich bewerte ich Dinge realistisch und ich achte mehr darauf, wie ich mich fühle anstatt wie ich aussehe. Das ist meine Lebensphilosophie seit ich geboren bin.

Was fällt Ihnen in Ihrem persönlichen Bereich zu dem Begriff „Change“ ein?

Alle machen sich Sorgen über Veränderungen. Im Allgemeinen verlässt man einen Zustand, den man perfekt kennt, um einer neuen und unerwarteten Situation gegenüber zu stehen. Ich hatte diesbezüglich immer Glück. Meine persönlichen Erfahrungen haben gezeigt, dass aus Veränderungen und schwierigen Situationen letztendlich großartige Möglichkeiten hervorgehen.

Deshalb fühle ich mich stärker, positiver und entschlossener, wenn ich jetzt mit einer Veränderung konfrontiert bin. Auch wenn ich mir Gedanken mache, ziehe ich Kraft aus meinen Erfahrungen und bewege mich vorwärts. Aus diesem Grund assoziiere ich mit dem Wort „Change“ Schicksal. Unerwartete Veränderungen wandelten mein Leben und letztlich bin ich stolz auf das, was ich bin und was ich bekommen habe.

Wen oder was haben Sie für sich neu entdeckt?

Wie kreativ ich mit Kindern bin. Gestern war ich mit sechs Kindern in einem leeren Raum und habe einen Weg gefunden, wie sie alle zusammen spielen konnten ohne teure Spielzeuge, Computer oder Gameboy. Sie hatten einfach Spaß daran, herumzurennen, mit Farben und Worten zu spielen und herumzuhüpfen.

Auf welche persönliche Veränderung sind Sie besonders stolz?

Ich versuche einen Weg zum Sportmachen zu finden, ohne ein Fitness-Studio zu besuchen (aus Zeitmangel). Seit Jahresanfang habe ich also meine alten Skates ausgepackt und fahre jetzt zusammen mit meinem Sohn (er auf dem Rad) in unserem Dorf die Straße entlang, wenn das Wetter es erlaubt.

Und last not least: Was nervt Sie an dem ganzen Krisen-Gerede?


Was mich wirklich nervt ist, dass die Leute ihre Zeit mit leerem Gerede verschwenden. Ich ertrage auch in normalen Situationen Menschen nicht, die nur wegen allem meckern und jammern. Ich denke, es ist einfacher zu klagen statt zu handeln! Ich sage normalerweise zu Freunden und Kollegen: „Wenn dir etwas nicht passt, hör auf zu jammern und finde den Mut etwas zu verändern. Wenn nicht, hör auf zu jammern.“ In den letzten Jahren habe ich viele Menschen gesehen, die ihre Probleme von anderen lösen ließen.

Die Krise wird uns lehren, dass es an der Zeit ist, diese schlechte Einstellung zu ändern. Von jetzt an müssen wir alle viel flexibler, multitasking-fähig, effizienter und verantwortungsbewusster sein. Wir müssen neue Lösungen für alte Probleme finden.