PsychologiePositiv denken lernen

von AMICA Online Redakteurin
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„Ich denke positiv, das ist meine Medizin“, sagte Sylvie van der Vaart im August 2009, nachdem sie die Diagnose Brustkrebs bekommen hatte.

Als die Moderatorin während der Chemotherapie ihre Haare verlor, ließ sie sich ein Haarteil implantieren. „Ich will nicht mit Kopftuch herumlaufen“, gab sie damals öffentlich zu, ging mit ihrer Krankheit offensiv um und trat sogar weiter im Fernsehen auf.

Heute strahlt die 32-Jährige mit raspelkurzen Haaren in die Kamera – wohlauf und gewohnt lebensfroh.

Sylvie van der Vaart ist das Paradebeispiel für eine Optimistin. Der Begriff Optimismus kommt aus dem Lateinischen („optimus“ = der Beste) und bezeichnet eine positive Lebenseinstellung in der Erwartung, dass sich Dinge zum Positiven entwickeln.

Optimisten sind gesünder

Dass positives Denken die Gesundheit fördert, konnte in zahlreichen Studien wissenschaftlich belegt werden. Aktuellste Erkenntnis: Optimisten sind weniger anfällig für Infektionen. Das fanden Forscher der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf heraus, indem sie Studenten im Lernstress untersuchten – vor und nach den Prüfungen.

Die optimistischen Studenten empfanden die Prüfungsphase als weniger stressig und wiesen darüber hinaus weniger Erkältungssymptome auf, berichtete der beteiligte Prof. Claus Vögele.

Optimisten wirken anziehend

Eine positive Lebenseinstellung bringt auch weitere Vorteile mit sich.

„Optimisten werden von anderen als attraktiver wahrgenommen, sind häufiger verheiratet oder leben in stabileren Partnerschaften“, weiß Ratgeberautorin und Mediatorin Elke Nürnberger: „Sie sind beliebt, weil ihre gute Ausstrahlung auf andere überspringt“.

Dieser Effekt tritt ein, weil das limbische System – das emotionale Zentrum des Gehirns – weitgehend von externen Faktoren beeinflusst wird. Signale anderer Menschen können im Extremfall sogar die eigene Hormonproduktion, die Herz-Kreislauf-Funktionen oder das Immunsystem verändern.

Optimisten sind erfolgreicher

Außerdem haben Optimisten meist mehr Erfolg in Beruf, Schule und Sport als Pessimisten.

Die Gründe kennt Expertin Elke Nürnberger: „Optimisten schreiben Erfolge ihren eigenen Fähigkeiten zu und machen für Misserfolge äußere Umstände verantwortlich. Die Erfolgsgefühle führen zu einer höheren Selbstwirksamkeitserwartung – man traut sich mehr zu, nimmt mehr in Angriff und leistet mehr.“ Dadurch enstehe eine Positivspirale.

© AFP
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Optimisten managen Krisen besser

Denken Optimisten so positiv, weil sie in der Vergangenheit nur gute Erfahrungen gemacht haben? „Nein“, schreibt der bekannte US-Sozialpsychologe Martin Seligman in seinem Buch „Pessimisten küsst man nicht“: „Der Optimist erlebt ebenso viele Niederlagen und Tragödien wie der Pessimist, aber er bewältigt sie besser.“

Und Lebenscoach Elke Nürnberger führt aus: „Menschen mit optimistischer Einstellung kämpfen aktiv gegen Missstände an und verlassen sich nicht auf Hoffnung oder Schicksal“. Außerdem sähen sie nach dem ersten Schock auch die positiven Seiten von Krisen.

Ihr Fazit: „Wer optimistisch denkt beeinflusst nachweislich seine seelische Verfassung positiv und steigert die Lebensfreude“.

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