Polyamorie Hat die Liebe für's Leben ausgedient?
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In der Geschichte hat sich diese Beziehungsform vor allem in Künstlerkreisen ausgebreitet: Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir sind das wohl bekannteste polyamouröse Paar.
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Polyamouröse Gesellschaft
Warum gibt es den Trend zur Polyamorie? Weil in Großstädten 50 Prozent der Zweierbeziehungen scheitern? Weil von 1000 bestehenden Ehen in Deutschland jährlich etwa 11 geschieden werden?„Das klassische Muster des Ehelebens hat komplett seine Vorrangstellung verloren. Viele Werte sind verschwunden, beispielsweise der Glaube an eine Ehe für’s Leben“, so Geneviève Abrial: „Paare brechen miteinander, verlassen einander. Das ist Ausdruck von Frustration und Einsamkeit in einer Beziehung. Heutzutage sind Individuen eher in der Lage neue Wege zu gehen und ein erfülltes Leben zu führen.“
Doch an der dauerhaften Zukunft des Trends zweifelt die Psychoanalytikerin: „Niemand kann sagen, dass Polyamory das Modell der Zukunft ist. Alle Gesellschaften verändern sich von einem Modell zum anderen.“
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Multi-Liebe, ja oder nein?
Ob man nun einfach oder mehrfach liebt, bleibt am Ende jedem selbst überlassen. Aber für den Partner kann die Mehrfachliebe erheblichen emotionalen Stress bedeuten. Das gibt Silvio Wirth, Diplom-Psychologe, Tantralehrer und Betreiber der Website „Polyamorie.de“ zu:„Alleine die Entscheidung für diese neue Lebensweise reicht nicht aus. Oft kriegt man das alleine nicht hin mit der Eifersucht. Sie vermischt sich allzu oft mit emotionalen Wunden aus der Kindheit.“ In diesem Fall müsse sehr viel Beziehungsarbeit geleistet werden und eventuell therapeutische Hilfe in Anspruch genommen.
Glücke dieses schwierige Unterfangen, könne Polyamorie aber Vielfalt und Lebendigkeit bedeuten.
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