Burlesque zum Nachmachen Sexy strippen wie Dita von Teese!

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Stilvoll-verführerisches Entkleiden à la Dita von Teese ist eine Kunst. Die deutsche Tänzerin Stormy Heather erklärt wie es funktioniert und warum Burlesque vor allem Frauen fasziniert.
Text: Veronika Schaller
© Stormy Heather
Stormy Heather verrät nur ihren Künstlernamen. Sie ist nun einmal Stormy Heather. Auf der Bühne, genau wie im „richtigen“ Leben. In ihrer Küche steht ein amerikanischer 50er-Jahre-Kühlschrank, sie trägt Pumps zu Bleistiftrock sowie Corsage und ohne Lidstrich geht sie nie aus dem Haus. Die Grafikerin tanzt seit drei Jahren professionell Burlesque. Für die Boutique-Eröffnung einer Freundin hatte sie ihre lang gehegte Passion für den Retro-Strip erstmals zum Beruf gemacht. Und alle wollten mehr.

Ob bei einem PR-Event des Wäschelabels Anita, bei ihrer eigenen Veranstaltungsreihe „Salon Privé“ oder sogar auf Hochzeiten – mittlerweile lässt sie ständig die Hüllen fallen. Der stilvolle Striptease, bei dem es mehr um das „teasen“, das Reizen geht, als um das Abstreifen der Kleidung, ist gesellschaftsfähig geworden. Das sieht man am weltweiten Boom, aber auch schon im Kleinen: Mit etwa 80 Leuten hatte das Münchner Rationaltheater bei Stormy Heathers erster Show gerechnet – mehr als doppelt so viele wollten schon im Vorverkauf Karten.

„Die Faszination des Burlesque macht aus, dass eben nicht alles gezeigt wird“, sagt Stormy Heather, „Ich ziehe mich niemals komplett aus, behalte String-Tanga und Pasties immer an“. Pasties, das sind kleine herz-, stern- oder kreisförmige Stoffstücke, die auf Brustwarzen geklebt werden – mit speziellem, doppelseitigem Klebeband. Hängen an ihnen noch kleine Quasten, nennt man sie „Tassels“.
© PR
Stormy Heather beim Burlesque-Abend des Unterwäsche-Labels „Anita"
Die softe Form des öffentlichen Ausziehens spricht auch, oder besser vor allem, Frauen an. „Mehr als die Hälfte meiner Zuschauer sind weiblich“, erklärt Stormy Heather und glaubt zu wissen, warum: „Die Kostüme, die Bewegungen und die Musik kreieren eine stilvoll-erotische Stimmung, weit ab vom billig-plumpen Ambiente der Tabledance Bars.“ Darüber hinaus passiert das Ausziehen stets mit einem Augenzwinkern. „Ich trete auch als Vogel auf und recke meinen Kopf komisch beim Gehen“, erklärt sie. „Man darf sich selbst bloß nicht zu ernst nehmen.“

Und noch etwas kommt hinzu: Burlesque-Tänzerinnen müssen keiner perfekten Körper haben. Im Gegenteil sind sie stolz auf kleine Makel oder weibliche Rundungen. „Wenn Frauen jenseits der Kleidergröße 46 selbstbewusst auf der Bühne stehen und bejubelt werden“, findet Stormy Heather das großartig. Nicht eine durchtrainierte Figur mache Frauen sexy, sondern ihre Ausstrahlung. Dass Dita von Teese, Setterin des New-Burlesque-Trends, auch für ihre Wespentaille und ein Schneewittchen-Äußeres berühmt wurde, ist daher eigentlich gar nicht im Sinne der Bewegung. Aber Stormy Heather beruhigt: „Ich habe diese wunderbare Frau schon live in ihrem übergroßen Champagnerglas gesehen – und selbst an ihr ist nicht alles perfekt“.
© Stormy Heather

Tipps für den Burlesque-Strip:

- Arbeiten Sie zuerst an Ihrer Ausstrahlung: Statt mit schlaffen Schultern und frontal vor dem Spiegel zu stehen und nur auf die Problemzonen zu achten – richten Sie sich auf, posieren Sie sich leicht seitlich mit dem vorderen Bein auf den Zehenspitzen und konzentrieren Sie sich darauf, was sie mögen. Dazu noch ein verführerischer Blick. Geht doch!

– Tragen Sie ein Outfit, in dem sie sich wohl und sexy fühlen, aber nicht verkleidet. Für den Anfang optimal: ein schlichter Bleistiftrock zu Pumps. Wichtige Accessoires sind Pasties. Für Beginner eignen sich als Extras vor allem lange Handschuhe, weil sie sofort ein sexy Gefühl verleihen und toll einsetzbar sind (siehe Seite 2). No-Go: Schuhe mit zu hohem Absatz, in denen sie nicht gut laufen können.

– Der Gang muss stimmen! Üben sie, indem sie mit den richtigen Schuhen im Zimmer auf und ab laufen. Wichtig: Immer zuerst den Absatz aufsetzen, dann den Ballen. So streckt man das Bein automatisch nach vorne und bleibt in den Schultern gerade. Der Hüftschwung gelingt, indem sie das hintere Bein leicht beugen.
© Verena Gremmer
– Machen Sie immer große und nicht zu hastige Bewegungen. Schließlich wollen Sie nichts verbergen, sondern etwas zeigen. Sie ziehen jetzt gleich ihren halterlosen Strumpf aus? Stellen Sie dieses Bein vorher auf Zehenspitzen zur Seite, gehen Sie in die Knie, und streichen Sie mit Ihrer Hand von der Ferse nach oben, bis sie wieder aufrecht stehen.

– Betonen Sie auch beim Strip nur ihre Vorzüge. Sie finden Ihren Po zu groß? Dann setzen Sie zum Beispiel ihre Brüste in Szene, anstatt sich umzudrehen und mit dem Hintern zu wackeln, nur weil Sie das schon einmal irgendwo gesehen haben.

– Halten Sie Augenkontakt. Ihr Zuschauer soll merken, dass Sie sich seiner Anwesenheit bewusst sind und sich nur für ihn ausziehen. Und: Lächeln Sie kokett.

– Sorgen Sie für das richtige Ambiente mit schmeichelndem, gedimmtem Licht. Auch für die Musik gilt: Spielen Sie lieber ihren Lieblingssong, als sich eine Burlesque-CD zu kaufen und irgendetwas aufzulegen. Man merkt, ob Ihnen das Lied gefällt.

– Vor der Show heißt es: vor dem Spiegel trainieren, trainieren, trainieren.
Lesen Sie auf der nächsten Seite wie Sie lange Handschuhe stilvoll ausziehen.
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Sexy strippen wie Dita von Teese!
Ela  |  28.10.2011, 10:47
Wow!
Gekonnt getanzte Burlesque ist umwerfend! Was sind dagegen schon platte getanzte Nacktnummern?
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