Von optimistisch bis eifersüchtigDer große Typen-Test: Wie bin ich in der Liebe?

von AMICA Online Redakteurin
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„Oh Gott, ich werde sicher ganz alleine sterben und dann von meinen zehn Katzen aufgefressen!“, wem ständig derart pessimistisch panische Gedanken durch den Kopf schwirren, der ist in der Liebe mit Sicherheit anders gepolt als einer, der dank eines guten One-Night-Stands tagelang vor sich hin grinsen muss. Dass Menschen als Singles oder in einer Beziehung unterschiedlich ticken, hat schon die US-Anthropologin Dr. Helen Fisher beschäftigt. In Experimenten und durch Messung von Gehirnströmen fand sie heraus: Verschiedene Mengen an Hormonen wie Testosteron, Östrogen, Noradrenalin, Dopamin, Serotonin und Oxytocin bestimmen, wie wir lieben. Sie unterschied zwischen vier verschiedenen Liebestypen, die stets in einem Mix auftreten.

Nicht genug für Lisa Fischbach, Leiterin der Abteilung Forschung und Matchmaking bei Elitepartner.de. „Die Hormone mögen zwar beeinflussen, welche Bedürfnisse ich durch eine Beziehung befriedigen möchte, aber der Liebestyp wird sehr stark auch durch die Lebenserfahrung und durch die Persönlichkeit geprägt. Persönlichkeit wiederum resultiert aus einem Zusammenspiel von Erbanlagen und Umwelt“, so die Diplom-Psychologin. In Zusammenarbeit mit dem klinischen Psychologen des Universitätskrankenhauses Hamburg, Prof. Dr. Burghard Andresen, entwickelte sie einen wissenschaftlichen Test, der dem Interessierten sein persönliches Profil aus elf Liebestypen erstellt.

Im Interview mit AMICA Online sprach die Expertin darüber, warum jeder seinen Liebestypen kennen sollte, wie der Partner diesen unbewusst beeinflusst und verriet, warum sich Bad Boys manchmal doch zähmen lassen.

© Lisa Fischbach
AMICA Online: Weiß man nicht selbst am besten, welcher Liebestyp man ist?
Lisa Fischbach:
Jein. Wir tragen in unterschiedlichen Ausprägungen mehrere Liebestypen in uns. Einen Typen in Reinkultur gibt es eigentlich nicht. Über unsere dominierende Art mit Liebe umzugehen, wissen wir meist ganz gut Bescheid. Aber schwächer ausgeprägte und unliebsamere Liebestypen verdrängen wir oft aus unserem Bewusstsein.

Was muss ich über mich selbst herausfinden, bevor ich auf Partnersuche gehe?
Um wirklich sicher zu sein, wer zu einem passt, sollte man vorher vor allem ehrlich zu sich selbst sein. Man sollte sich fragen: Was bringe ich mit in eine Partnerschaft und welche Bedürfnisse habe ich? Ist mir Sex sehr wichtig oder nicht? Habe ich Schwierigkeiten treu zu sein, oder fällt es mir leicht mich dauerhaft zu binden? Wer sehr kommunikativ ist, sollte sich lieber keinen introvertierten Menschen suchen.

Welchen Vorteil habe ich, wenn ich meinen Liebestypus kenne?
Selbsterkenntnis ist ein großer Schritt für jeden. Wer weiß, wie er tickt, kann sich fragen, ob er so sein will und was ihm sein Verhalten bringt.

Wer  in der Arbeit streitlustig ist, verhält sich sicher ähnlich in der Liebe.
Nicht immer. Wir unterscheiden zwischen der Alltags- und der Beziehungspersönlichkeit. Sie können zum Beispiel im Job dominant sein und sobald Sie zuhause ankommen, alle Leinen loslassen und zum kuscheligen, harmoniebedürftigen Typen mutieren. Keine Angst also, wenn das bei Ihnen der Fall ist – Sie sind keine gespaltene Persönlichkeit!

Woran liegt es, dass es derartige Unterschiede zwischen den beiden Persönlichkeiten gibt?
Das hat mit dem Partner zu tun, der gewisse Facetten eines Liebestypen bei einem triggert, also hervorrufen beziehungsweise verstärken kann. Wenn der toughe Manager etwa mit einer vertrauenswürdig-dominanten Frau zusammen ist, kann er daheim gut seine Verantwortung abgeben. Die Liebe verlangt anderes als der Job.

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Können die unterschiedlichen Liebestypen also  voneinander lernen?
Unterschiede sind gut, wenn sie nicht zu weit auseinander liegen. Wenn ein spielerischer Typ einen sicherheitsbedürftigen etwa aus seiner Ecke locken kann, ist das bereichernd für beide. Liegen die Bedürfnisse jedoch zu weit auseinander, kommt es zu einer Abwehrhaltung und zu Unverständnis.

Gleich und gleich gesellt sich bei Liebestypen gern?
Wichtig ist zunächst, dass es bei der Einordnung in Liebestypen nicht um Matching geht. Aus der Paarforschung weiß man aber, dass das Ähnlichkeitsprinzip dem Gegensatzprinzip überlegen ist, wenn es um Stabilität von Partnerschaften geht. Wenn die Bedürfnisse beim jeweils Anderen auf Resonanz stoßen, ist das der Beziehung zuträglich. Der Großstadt-Vamp möchte schließlich nicht mit dem Controller im Vorort leben. Fast deckungsgleich ähnlich sollte man sich jedoch auch nicht sein, sonst wird die Symbiose lähmend und die Beziehung langweilig.

Der spielerische Typ (Anm.: Erklärung siehe nächste Seite) lässt sich nicht festlegen. Kann ich von ihm eigentlich verlangen, dass er treu ist?
Er wird es nicht sein. Beispielsweise handelt es sich bei so einem Liebestypen um einen sexy, flirty Alpha-Mann, der einen Blick für schöne Dinge hat. Zwar ist er ganz gerne einmal in einer Beziehung, will sich aber nicht festlegen. Wenn Sie dem sagen, Sie wollen mit ihm in ein Vorstadt-Häuschen ziehen, heiraten, Familie gründen, läuft er davon. Das Paradebeispiel für diesen Typus ist für mich Robbie Williams … bevor er gezähmt wurde.

Aber er wurde gezähmt!
Das stimmt, es hat jedoch sehr lange gedauert. Davor erlebte er Drogenabstürze und Alkoholexzesse, war mit unzähligen Frauen im Bett. Dann kam die lebensändernde Einsicht.

Dann scheint es bei Bad Boys ja doch Hoffnung auf Besserung zu geben.
Ja, Grundtendenzen bleiben zwar gleich, aber mit den Lebensphasen kann sich der Liebestyp verändern. Eine wichtige Rolle spielt außerdem das Gegenüber.

 

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum manche Frauen immer wieder an die falschen Männer geraten - und wie die elf Liebestypen charakterisiert sind.

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