Von Stars bis Jungs von NebenanSo sehen Traumfrauen und Traummänner aus

von AMICA Online Redakteurin
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Von Angelina Jolie und Johnny Depp bis unbekannt - unter dem Titel "Traumfrauen" und "Traummänner" sind in Rostock derzeit schöne Menschen zu sehen. Je 50 große Fotografen zeigen ihre Werke.Der Mythos hält sich. Dass es irgendwo auf der Welt einen Menschen gibt, der alles erfüllt, was man sich wünscht. Obwohl sich beim genaueren Nachdenken schon eine Ahnung davon breit macht, wie langweilig das wäre. Das Bild der Perfektion bleibt und mag Träumer daran hindern, wirklich glücklich zu werden. Was macht einen Mann überhaupt zum Traummann? Er ist ein Karrieretyp und gleichzeitig ein Familienmensch, sagen die Frauen. Zumindest gaben sie das bei einer Umfrage der Partnervermittlung „Elitepartner“ an. Fürsorglich und treu solle er außerdem sein, charmant, humorvoll und intelligent. Und welche Frau schafft es in die Visionen der Männer? Eine, die treu und zärtlich ist, außerdem humorvoll, weiblich und intelligent.

Wie schön, die inneren Werte. Doch dass auch die Optik eine wichtige Rolle spielt, dürfte jedem insgeheim klar sein. Eine Doppel-Ausstellung in der Kunsthalle Rostock mit dem Titel „Traumfrauen“ und „Traummänner“, nähert sich nun diesem Thema mit Werken von 50 Fotografen. Darunter Ellen von Unwerth, Peter Lindbergh, Mary McCartney. „Ohne Bildnisse von Frauen wäre die Kunstgeschichte nicht denkbar“, heißt es im Ankündigungstext zum weiblichen Part. „Wie die Frauen dargestellt werden, verändert sich. Was dargestellt ist, bleibt gleich. Es geht um die Schönheit, es geht um Idealisierungen, die aber jeweils den Ansprüchen der Realität genügen müssen.“ Das heißt, ein Traummensch ist nicht pure Perfektion, sondern traumhaft schön im Auge des Betrachters. Nicht starr und auf bestimmte Attribute festgelegt, sondern entwickelt seine Ästhetik aus der Situation heraus. Während Fotograf Marc Horn die makellosen Beine von Angelina Jolie inthronisiert und so über alles erhebt, inszeniert Bruce Weber die Schauspielerin Vanessa Redgrave in einem Geräteraum – im Jogginganzug und mit Hantel in den Händen. Hier verschwimmen auch die Grenzen zwischen Handwerk und Kunst. Ellen von Unwerth lichtete für „Moody Booty“ etwa ein Mädchen als nackte Burlesque-Tänzerin aus einer Schlüssellochperspektive ab, Miles Aldrige stellte seine Vorstellung der Hausfrau zwar im braven 50er-Jahre-Kleidchen dar, ließ sie aber ihre Zigarette an der Gasflamme des Ofens anzünden.

© Kunsthalle Rostock
Seite an Seite mit diesen Traumfrauen hängen die Traummänner. „Dem Naturbuschen auf der Alm, der dann wieder gesund leben darf, folgen der Metrosexuelle, der die Attribute der Männlichkeit mit den Regeln der Mode mischt und der Hugo-Boos-Mann, der seine Schönheit unprätentiös und unaufgeregt mit lässiger Eleganz zur Marke trägt“, erklärt die Kuratorin der Ausstellung, Nadine Barth. Das veraltete Sinnbild eines echten Mannes etwa manifestiert sich in einem von Vincent Peters geschossenem Foto des französischen Schauspielers Vincent Cassel aus dem Jahr 2004. Mit Zigarette in der einen und Rasierpinsel in der anderen Hand, verkörpert er den Proto-Cowboy vergangener Zeiten. „Der Blick auf den Mann des 21. Jahrhunderts ist elegant, persönlich, poetisch, sexy, ironisch, eigenwillig und viril“, so Barth weiter. Sexy und persönlich ist zum Beispiel, wie Robert Pattinson für Matt Jones seinen Vampir-Schlafzimmerblick aufsetzt – mit löchrigem Shirt und wuschelig ungewaschenen Haaren. Es lebe die Imperfektion!

 

Doppelausstellung: "Traumfrauen - Traummänner"

Laufzeit: 14. Juli bis 1. September 013

Infos: www.kunsthallerostock.de