Interview mit Nina Eichinger„Es gab schon schlimme Momente als Star“

von AMICA Online Redakteurin J'adore les Parisiennes!
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© REUTERS

Barfuß oder in Strumpfhosen spazieren einige Damen über die Tanzfläche. Die ersten hohen Hacken werden unter den langen Roben unauffällig abgestreift, während auf der After-Show-Party der 64. Bambi-Verleihung die Beats von Lykke Lis „I Follow Rivers“ wummern. „Es ist ja auch schon halb drei“, entschuldigte Nina Eichinger, die strahlend mit ihrem Freund Fritz Meinikat feierte, ihre nackten Füße. Zuvor hatte die Moderatorin („Deutschland sucht den Superstar“, „Ich schenk Dir einen Star“) rührend einfühlsam der siebenjährigen Mercan Türkoglu den „Talent“-Bambi überreicht.

Am roten Teppich fiel die schöne Blonde außer durch ihr herzliches Lächeln vor allem dadurch auf, dass sie immer wieder an ihrer Schwarz-Weiß-Robe herumnestelte. Auf der Suche nach dem Etikett, um vielleicht doch noch das Label herauszufinden. Schließlich wollte jeder wissen, von wem die raffinierte Kreation stammte. Grund genug noch einmal genauer nachzufragen. Mit AMICA Online plauderte Nina Eichinger darüber, wie sie zum unbekannten Kleid kam und wie sie ihren schlimmsten Star-Moment erlebte.

Frau Eichinger, das müssen Sie nun aber mal erklären, wieso Sie nicht wissen, was sie heute Abend tragen?
Nina Eichinger: Ich habe das Kleid heute erst gekauft. Es war ein absoluter Notkauf, weil das Kleid, das ich eigentlich ausgesucht hatte, nicht gekommen ist und alle anderen nicht passten. Also war ich plötzlich ohne Outfit und bin schnell einkaufen gegangen. Dieses hier hat mir gefallen, es hat gepasst, fertig. Bevor wir losgegangen sind, habe ich zu meinem Freund gesagt, er soll schauen, von wem es ist, damit ich es sagen kann. Aber das steht in Schreibschrift auf dem Etikett, sodass wir es nicht entziffern konnten. Dafür verrate ich Ihnen, dass die Schuhe von Roger Vivier sind. (lacht)

Sehr schön! Jetzt liegen Sie aber schon neben Ihnen.
Es ist ja auch schon halb drei. Die musste ich einfach ausziehen...

An welchen Bambi-Moment denken Sie zurück?
Oh, da gab es mehrere. Die Verleihung war zwar lang, aber gespickt mit Highlights. Eines davon war, dass ich neben dem Polarforscher Steve saß, der den „Unsere Erde“-Preis bekommen hat. Weil ich Umweltwissenschaften studiert habe, ist das ganze Thema mein Steckenpferd und ich habe wahnsinnig spannende Gespräche geführt. Unglaublich fand ich Ruth Pfau, die Dame aus Pakistan, bei der ich beinahe geweint hätte. Und am Ende war Blacky Fuchsberger natürlich ein Höhepunkt, ich gönne es ihm von ganzem Herzen.

Haben die internationalen Gäste auch Ihr Herz erobert?
Ich bin ein großer Salma-Hayek-Fan. Es gibt kaum eine Frau, die ich sexier finde. Sie hat es einfach drauf, das muss man neidlos anerkennen. Professionell, lustig und sympathisch ist sie verdient Hollywood-Star.

Und wie steht’s mit Céline Dion?
Céline ist natürlich auch eine ganz Große, sie hat toll gesungen. Aber ein großer Fan bin ich nicht. „Titanic“ habe ich zwar mal gesehen, ist einfach nicht mein Filmgenre.

Ihre Songs stehen ja für große Romantik ...
Ach, romantische Songs spiele ich nur bei Liebeskummer. Ansonsten höre ich ganz gemischte Musik. Cro heute Abend fand ich toll, weil er eine gute Show gemacht hat. One Direction ist zu jung für mich. Ich war früher auch nie Take-That-Fan.

Als Moderatorin vieler verschiedener Shows haben sie auch viele Fans. Inwieweit sehen sie sich selbst als Star?
Ich glaube, ich sehe mich selbst nicht als Star. Es natürlich so, dass ich mich an dieses Unterschriften-Ding gewöhnt habe. Obwohl ich das nicht ganz verstehe, fühle ich mich sehr geehrt, wenn jemand ein Autogramm möchte. Besser nachvollziehen kann ich, dass Leute zusammen Fotos machen wollen, das finde ich witzig und die Fans haben eine lustige Erinnerung. Ich habe schon tolle Erfahrungen mit Fans gemacht.

Zum Beispiel?
Auf einer Berghütte hat mir ein Mädchen einen Kuchen ausgegeben. Das war einfach rührend. Ganz richtig hat Blacky Fuchsberger das heute Abend gesagt. Es ist ein Geschenk, dass die Leute einen unterstützen und mehr von einem sehen wollen. Besser kann man es gar nicht ausdrücken. Es ist ein Geben und Nehmen. Positives Feedback ist einfach schön.

Es gab nie Momente, in denen Ihnen der Rummel zu viel wurde?
Nein, es kommt einfach darauf an, wie man sein Leben lebt. Man kann nicht auf den roten Teppich gehen und sagen es nervt mich fotografiert zu werden. Dann muss man zu Hause bleiben. Klar, gibt es Situationen, in denen ich nicht damit rechne, dass mich jemand erkennt.

© Mercedes-Benz Fashion Week

Welche ist Ihnen da im Gedächtnis geblieben?
Das schlimmste war einmal, als ich total verkatert und fertig, mit Sonnenbrille bei Burger King am Hauptbahnhof – das war das Einzige, was offen hatte – in der Schlange stand. Einer neben mir hat mich angesprochen und fragte, ob wir ein Foto machen könnten. Ich fragte: „Du möchtest so ein Foto mit mir machen? Wollen wir das nicht verschieben?“ Aber er meinte: „Wir sehen uns ja nicht wieder.“ Womit er Recht hatte. Also habe ich kurz überlegt, ob ich die Brille einfach auflasse. Das wäre allerdings sehr unhöflich gewesen. Komplett ungeschminkt und mit großen Augenringen sah das Foto von mir bestimmt fürchterlich aus.

Das ist also die unglamouröse Seite der Nina Eichinger. Ganz abseits von den Glitzerevents leben Sie ganz naturverbunden. Brauchen Sie diesen Ausgleich?
Ja unbedingt. Das ist mir wichtig, gerade wenn ich viel in den Medien mache. Außerdem finde ich es gut eine zweite Seite zu haben und zu pflegen.

Wie haben Sie sich in den letzten Jahren beruflich verändert?
Ich habe natürlich viel als Moderatorin gearbeitet, Das soll aber nicht das Einzige bleiben. Deswegen hoffe ich nicht, dass ich mich sehr verändert habe in den letzten Jahren. Ich will weiterhin viele unterschiedliche Dinge ausprobieren.

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