Bequeme Wäsche statt heißer DessousLingerie-Label entwirft Unterwäsche, die bewusst nicht sexy sein will

Sinnliche Spitze, auffällige Prints und wattierte Cups sucht man bei diesen Dessous-Kreationen vergeblich: Das britische Lingerie-Label Neon Moon entwirft bequeme Unterwäsche für Frauen, die keine Scheu besitzen, Makel wie Fettpölsterchen, Cellulite oder Dehnungsstreifen offen zu tragen. Statt auf heiß geformte Kurven setzt das Unternehmen auf dehnbare Stoffe, die sich dem weiblichen Körper anpassen – und ihn nicht in eine Form zwingen.

Designerin Hayat Rachi gründete die „kompromisslos feministische“ Marke Neon Moon, wie sie im Gespräch mit dem Nachrichtenportal „Daily Mail“ erzählt. Ihre Wäsche soll vorteilhaft für jede Frauen sein – ungeachtet ihrer Größe, ihres Körpertyps und ihrer persönlichen – wenn auch manchmal haarigen – Vorlieben.  

Schmeichelnde Unterwäsche ohne Hintergedanken

Die 25-Jährige Designerin hatte es satt, in den Kaufhäusern ständig auf sexualisierte Dessous zu stoßen. Aus diesem Grund entschloss sie sich, mit ihren gesamten Ersparnissen das Label Neon Moon zu gründen. Eine Marke, die ihrer eigenen Vorstellung frauenrechtlicher Ideale entsprechen sollte. Dabei wollte sie stylische Wäsche für Frauen entwerfen, die dem weiblichen Körper gerecht wird ohne ihn dabei in ein Objekt zu verwandeln.

Die erste Kollektion des Labels hört auf auf den Namen „Mon Dieu“ und soll schlichte, sportiv wirkende Kombinationen anbieten, die auf Dekolleté pushende Einlagen, Bügel und Kissen verzichten. Die Wäsche-Sets sollen in Gelbgrün, Orange und Schwarz erhältlich sein. Als Material wählte Rachi umweltverträgliches Gewebe aus Bambusfasern, das sich perfekt an den Körper des Trägers anschmiegt.

„Mädchen sollen sich nicht mit unerreichbaren ‚Schönheits‘-Idealen vergleichen“

„Der weibliche Körper verändert sich die ganze Zeit“, berichtet Rachi gegenüber der „Huffington Post“. „Äußere Einflüsse wie Diäten, Stress und auch der Menstruationszyklus lassen die Figur schwanken. Ich bin überzeugt, dass Unterwäsche diese Umstände wohlwollend begleiten sollte, anstatt eine Frau sich schlecht fühlen zu lassen.“

Mit ihrer Mode wolle sie Frauen und Mädchen ein gutes, positives Körpergefühl vermitteln und sie bestärken, sich nicht den Maßstäben der Schönheitsindustrie hingeben zu müssen. „Mädchen sollten nicht hinterfragen müssen, warum sie aussehen, wie sie aussehen  oder sich gedrängt fühlen, sich dem gesellschaftlichen Druck anzupassen“, so Rachi. „Viel eher müssen sie das Recht ihres eigenen Körpers zurückfordern und entscheiden, wie sie für sich selbst aussehen möchten – und nicht für andere.“

 

So selbstbewusst zeigen sich diese Frauen nackt vor der Kamera - ganz ohne Photoshop:

Video / 0:49 Min. / HuffPost/Wochit

Nackt und doch nicht: Die Organisation „Real Women, Real Bodies" startete eine Initiative für ein breiter gefächertes Körperbild. Ihre Fotos zeigen Silhouetten ganz normaler Frauenkörper - ohne Retusche.