Interview mit Karolína Kurková „Unser Konzept ist transparenter als das von Germany’s next Topmodel“

 

Karolína Kurková ist Top-Verdienerin als Model. Jetzt sucht sie in „Das perfekte Model“ Nachwuchstalente. AMICA Online erklärte sie, warum die Show besser ist als „Germany’s next Topmodel“.
Text: Kerstin Kotlar
Die Looks von Karolína Kurková
„Swinging in the backyard, pull up in your fast car, whistling my name“, singt Karolína Kurková und tanzt auf Eva Padberg zu. Die schaut ein wenig verwundert: „Was ist das?“ – „Das ist Lana del Rey“, schwärmt Kurková. „Sie ist so cool!“ Derart entspannt ist also ein Topmodel, das gerade eine neue Model-Castingshow dreht. Kurz zuvor flossen noch ein paar Tränen, weil bei „Das perfekte Model“ (ab 31. Januar auf Vox) natürlich nur eine gewinnen kann. Karolína Kurková und Eva Padberg suchen in der neuen Show „Mädchen, die international arbeiten können“. Davon versteht Kurková, die als Coach mit ihren Mädchen gegen Padbergs Auswahl antritt, jede Menge. Bereits mit 15 bekam die gebürtige Tschechin ihren ersten Modelvertrag. Miuccia Prada entdeckte sie daraufhin in Mailand. Heute ist sie auf den Laufstegen von Chanel, Louis Vuitton, Miu Miu und Valentino zu Hause. Vor allem als Engel der legendären Dessous-Show Victoria’s Secret machte sich die schöne Blondine einen Namen: Sie eröffnete die Präsentation mit einem BH im Wert von 15 Millionen Dollar. Im Januar 2011 war sie außerdem das Gesicht der Fashion Week Berlin.

So lässig wie nach dem Dreh, ist Kurková auch während des Interviews am Berliner Set. Selbst nach einem 14-Stunden-Arbeitstag hat die 27-Jährige ihr strahlendes Lächeln nicht verloren, der kirschrote Lippenstift wird nur eben aufgefrischt. Sie ist sympathischer Profi im Model-Business, zierte als eine der Top-Verdienerinnen regelmäßig die Titelseiten von „Vogue“, „Elle“, „Vanity Fair“ und AMICA. Daran hat Kurková gute Erinnerungen und plaudert munter drauf los, bevor sie uns mehr über die Unterschiede zwischen „Das perfekte Model“ und „Germany’s next Topmodel“ verrät.
© AMICA
Karolína Kurková: Ach, AMICA wie schön! Ich erinnere mich noch genau an mein Cover vor ein paar Jahren. Ich liebe dieses Bild mit dem Strohhut.
AMICA Online:
Ja, das war wirklich toll.

„So 15 Minuten“ wirft die Pressedame lächelnd ein. Karolína Kurková entschuldigt sich gleich:

Ja, wir sind leider viel zu spät, weil wir gerade mitten in der Entscheidungsphase stecken. Das ist hart für die Mädchen, aber auch für uns als Coaches.

Was ist besonders schlimm bei den Entscheidungen?
Nun, wir haben viel Zeit mit ihnen verbracht und eine enge Beziehung zu ihnen aufgebaut. Deswegen will ich für sie den besten Weg finden, auch wenn sie gehen müssen.

Wie gehen Sie dabei vor?
Natürlich ist es hart. Aber wir haben unsere „Das perfekte Model“-Wand. Dort hängen die Bilder der Mädchen über den zehn Kategorien. Denn wir glauben, dass ein perfektes Model nicht nur gut laufen kann und gut aussieht. Wir wollen ein Model, das sich gut ausdrückt, intelligent ist, laufen kann, Charisma hat. Außerdem muss sie gesund und fit ist, die richtige Größe sowie die passenden Maße haben. Das ist alles übersichtlich an der Wand zu sehen, sodass auch die Mädchen jederzeit wissen, wo sie stehen.
© VOX/Lado Alexi
Welche Besonderheiten gibt es noch?
Wir haben Armbänder. Für jede Kategorie haben wir einen anderen Anhänger. Jedes Mal, wenn ein Mädchen also gut in einem Bereich ist, bekommt sie einen Anhänger. Zum Beispiel gibt es für’s Laufen ein Paar Schuhe, für Charisma ein Glückskleeblatt.

Sie sagten in einem anderen Interview Ihre Show sei realistischer als „Germany’s next Topmodel“. Inwiefern?
Nun, ich bin nicht so vertraut mit der Show von Heidi Klum, weil ich sie in Deutschland nie gesehen habe. Aber ich kenne natürlich das Format. Bei uns wird alles dokumentarischer dargestellt. Es ist realistischer, weil wir individuell mit den Mädchen arbeiten. Nicht alle bekommen die gleiche Aufgabe, sondern wir gehen auf jede mit Stärken und Schwächen ein. Wir sitzen auch nicht hinter einem Tisch, sondern sprechen auf Augenhöhe miteinander. Insgesamt ist das Konzept durch die Pinnwand transparenter, sodass sowohl die Zuschauer als auch die Mädchen besser verstehen können, warum wir sie nach Hause schicken. So sehen alle konkret die Gründe.

Wie sah Ihr Coaching für die zukünftigen Models aus?
Ich habe meine Mädchen mit nach New York genommen. Dort haben die besten Leute wie Fotografen und Stylisten, die sonst mit Supermodels arbeiten, sie aufgebaut, damit sie erfolgreiche Laufstegmodels werden. Zum Beispiel habe ich mit ihnen über verschiedene Arten des Laufens gesprochen. So etwas habe ich bisher noch nicht im Fernsehen gesehen.

Was haben Sie aus Ihrer persönlichen Model-Erfahrung eingebracht?
Es ist ein Unterschied, ob man bei einer Haute-Couture-, einer Prêt-à-porter-Show oder für Victoria’s Secret läuft. Das habe ich ausführlich erklärt und den Mädchen Videos von verschiedenen Designern gezeigt. Anschließend habe ich sie mit diversen Extras ausgestattet, wie Flügeln oder großen Roben. Sie mussten mit verschiedenen Musikrichtungen üben. Eine andere praktische Aufgabe war eine Mini-Fashion-Show, bei der die Mädchen selbst die Outfits zusammenstellen, Haare und Make-up selbst machen und eine Choreografie entwerfen mussten. Alles in 45 Minuten. Dadurch, dass sie auch entscheiden mussten, wer als erste laufen sollte, konnten wir den Teamgeist gut beobachten.
Andrej Pejic für Hema
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Und wie oft gab es Zickereien?
Gar nicht. Die Mädchen haben sich sehr gut verstanden und sich umeinander gekümmert. In meiner Gruppe habe ich eine 30-Jährige und eine 16-Jährige, schlankere und kurvigere Mädchen. Eine schöne Mischung.

Was war das lustigste Erlebnis während des Drehs?
Eigentlich entstand die witzigste Situation gleich am Anfang beim offenen Casting. Da war Keri, ein Mädchen, das eigentlich ein Kerl war. Er war so unterhaltsam und mit Abstand derjenige, der am besten gelaufen ist. Noch dazu hat er einen Beyoncé-Tanz für uns aufgeführt. Ob wir ihn weiterlassen, wird aber noch nicht verraten.

Es gibt ja auch Andrej Pejic, der Haute Couture oder für Michalsky läuft …
… genau, das war eine Inspiration für uns. Heutzutage ist in der Mode alles möglich. Wenn du als Frau überzeugend bist, warum nicht. Wir haben jedenfalls etwas in Keri gesehen. (strahlt)

Mit welchen Waffen werden Sie Eva schlagen, um „Das perfekte Model“ zu finden?
Ich werde die zwei besten Mädchen aus meiner Gruppe auswählen, um gegen Eva zu gewinnen. Am Ende entscheiden im Finale sowieso die Zuschauer. Da haben wir keinen Einfluss mehr. Je nachdem, ob sie eine Kandidatin wählen, die nur schön ist oder eine Persönlichkeit hat.

Sie suchen ja ein Model mit Persönlichkeit. Wie würden Sie Ihre eigene beschreiben?
Das finde ich immer schwer zu sagen. Ich bin sehr aufgeschlossen, offen und immer die Entertainerin. Beim Dreh springe ich gerne albern rum und bringe alle zum Lachen. Obwohl ich einerseits die strenge Mentorin der Mädchen bin, mache ich hinter den Kulissen den Clown. Ich kann in viele Rollen schlüpfen. Und ich gebe immer 150 Prozent, wenn mir etwas wichtig ist.
© Mercedes-Benz Fashion Week
Glücklich umschlungen: Karolína Kurková mit ihrem Ehemann Archie Drury auf der Fashion Week Berlin 2011 in der Mercedes-Benz Lounge
Wie unterscheidet sich Eva von Ihnen?
Bevor wir für die Show zusammenarbeiteten, kannten wir uns nicht. Deswegen war ich gespannt, wie das laufen würde. Eva ist sehr locker drauf, sodass wir gut miteinander klarkommen. Wir haben allerdings eine ganz andere Dynamik. Weil wir nicht nur Puppen sind, mischen wir uns beim Styling ein, machen Fotos, streiten manchmal. Meist lachen wir viel. Sie ist nicht zu ernst, das mag ich. Sie ist außerdem ein sehr heimatverbundener Mensch. Manchmal vermisst sie ihr Zuhause und ihre Hunde.

Was vermissen Sie?
Ich hatte Glück. Während der Show kann ich mit meiner Familie zusammen sein. Mein zweijähriger Sohn war bei mir und mein Mann (Anm. d. Red.: Archie Drury) hat mich unterstützt. Ohne ihn hätte ich das nicht gekonnt. So sehe ich die beiden in der Früh und sprinte zum Abendessen zu ihnen, weil ich dann oft nicht vor Mitternacht vom Dreh komme. Aber so weiß der Kleine, dass Mami da ist.

Und ich habe unten gesehen, dass Sie ein Fan von Lana del Rey sind …
… oh ja. Ihre Songs, die sie bisher veröffentlich hat, sind großartig. Ich mag ihren Style. Überall ist sie groß im Gespräch. Ich hoffe, dass dieser Druck ihr nicht im Weg steht und ihre Karriere weiter bergauf geht.

Ihre Karriere geht genauso nach oben seit Sie mit 15 Ihren ersten Model-Job bekamen. Waren Sie immer so stark wie jetzt?
Nein, ich bin keineswegs immer stark. Klar kenne ich schwache Momente, Augenblicke, in denen ich unglücklich bin. Trotzdem mache ich immer das Beste daraus. Das ist eine meiner Devisen: „Do the best and forget the rest!“ („Mach das Beste daraus und vergiss den Rest!“). Und in der Show gilt die zweite: „Zeit ist Geld.“ (lacht)
ILikeDasPerfekteModel  |  08.02.2012, 02:00
Heide kann mit Eva und KK nicht mithalten
Eva und KK (Karol na Kurkov ) haben einfach die Erfahrung, die nötig ist, um den Wettstreiterinnen etwas beizubringen, um sie zu forden und um sie zu fördern. Beide sind "echte" Models, die auf den Laufstegen der Welt gelaufen sind. Heide im Gegensatz hat nur Erfahrung auf einem Laufsteg - Victoria's Secret. Haute Couture und/oder Pr t- -porter Schows ist sie niemals gelaufen. Karl Lagerfeld kennt Heidi Klum nicht.

Vanessa  |  31.01.2012, 15:47
Vergleich
Alle Argumente nützen nichts - Heidi ist und bleibt unübertroffen.
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