Designerin gibt Wiesn-TippsWorauf Sie beim Dirndlkauf achten sollten!

von Amici Ich bin Jahrgang 76, Mama von zwei kleinen Mädels und liebe Mode!
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Myriam Krall, die Gründerin von Portadonna, dem kleinen feinen Label mit den praktischen Wiesn-Clutches, habe ich bislang noch gar nicht persönlich kennen gelernt! Ich habe aber viel mit ihr gemailt, meistens spät Abends, weil sie wie ich Mutter ist und einen Großteil ihrer Arbeit erledigt, wenn ihre drei Töchter schlafen. Seit dem Oktoberfest 2011 ist sie mit ihrer genialen Erfindung, dem Wiesenwimmerl, einer kleinen praktischen Clutch, die sie speziell für Trachtenmode entworfen hat dauernd in der Presse – von der Elle über die Cover bis hin zur Abendzeitung haben alle von dem praktischen und sehr hübschen Wiesntäschchen für die Damen berichtet.

AMICA Online: Wie sieht so ein gewöhnlicher Alltag von Dir aus?

Myriam Krall: 06:05, der Wecker klingelt und es wird gesnoozed bis exakt 06:12. Doch dann muss ich wirklich raus und aufstehen, sofern um diese Zeit nicht ohnehin schon unsere jüngste Tochter seit 40 Minuten wach ist.

Bis 8:30 bin ich dann mit Kinder fertig machen, Hund und alle und alles unter einen Hut bringen vollauf beschäftigt. Wenn alles gut geht und keine externen Termine anstehen, sitze ich ab 8:40 Uhr mit meinem zweiten Kaffee des Tages am Schreibtisch beziehungsweise im Büro oder Studio und arbeite, entwerfe, organisiere, verhandele, fotografiere, telefoniere etc.

Bis maximal 15:50 Uhr ist dann Zeit alles zu erledigen. Oft auch weniger, wenn eines der Kinder früher von der Schule kommt, krank ist oder sich spontaner Besuch ankündigt.

Um 18 Uhr sitzt die ganze Familie beim Abendessen zusammen. Dieses Zeitfenster und, dass wir alle gemeinsam um einen Tisch herum sitzen, ist mir extrem wichtig. Das ist unsere Familienstunde.

Ab 20 Uhr - im Sommer auch gerne einmal später - sind alle Kinder in ihrem Bett oder Zimmer. Oft ist dann noch einmal eine Runde Büro dran oder das berühmte bisschen Haushalt.

In den Monaten Juli und November habe ich durch mein Engagement in diversen Wirtschaftsgremien oder Vereinen noch viele Abendtermine, die auch irgendwie in den Alltag passen müssen. Außer Dienstag und Mittwoch, da gehe ich zum Tanzen. Am Dienstag Clubstyle/Discodance, am Mittwoch Zumba. Zwischen 22 und 24 Uhr falle ich dann regelrecht ins Bett. Und alles, was außerplanmäßig passiert, kommt noch on top und hat aber immer auch noch irgendwo und irgendwie Platz.

Wie und wann bist Du auf die Idee gekommen, Portadonna zu gründen?

Das war Anfang 2011. Für einen Wiesn-Besuch 2010 hatte ich mir, eigentlich nur für mich, nach meinem Entwurf, ein "Wiesnwimmerl" anfertigen lassen, da ich einfach keine Tasche bzw. kein Täschchen auf dem Markt gefunden habe, in das ich alle weiblichen „Müssen-mit-Wiesn-Utensilien“, fest und sicher verstaut, mitnehmen konnte und gleichzeitig die Hände frei hatte. Schon während ich es zum ersten Mal getragen hatte, kamen die Anfragen direkt auf dem Oktoberfest. Und bei Wiesen-Ende war die Nachfrage danach so groß, dass mir die Geschäftsidee nicht mehr aus dem Kopf ging. Anfang 2011 habe ich dann mit der Umsetzung, Produktion und Firmengründung begonnen (was gar nicht so einfach war, wie ich mir das ausgemalt hatte).

Du bist ja für Dein Label auch auf Trachtenmessen unterwegs und kannst uns bestimmt verraten, was die modischen Trends für die Wiesen 2013 werden? "Schrill und bunt" gibt es natürlich auch 2013 wieder. Der Trend geht aber ganz eindeutig, wenn auch langsam, in Richtung "Tradition zeitgemäß interpretiert". Klassische Schnitte kommen zurück, die traditionelle Dirndllänge hat Hochkonjunktur, Schürzen werden wieder "blickdicht", Hut hat Saison, schulterfreie Carmenblusen verschwinden (zum Glück!) wieder von der Bildfläche und alles wird sehr feminin.

Worauf sollten AMICA-Leserinnen besonders achten, wenn sie sich ein Dirndl kaufen?

Oh, da gibt es viele Kriterien, auf die es sich zu achten lohnt!

1. Es sollte auf gar keinen Fall zu kurz sein! Ab knapp kniefrei ist alles erlaubt. Kürzer ist ein absolutes No Go!

2. Es sollte unbedingt eine erstklassige Passform haben: am Bauch genug Platz für eine Maß und ein Hendl, an der Taille hauteng und am Busen perfekt geformt, da darf nichts abstehen oder knittern. Das gilt auch für das Miederteil hinten, denn hier dürfen die  Träger keinesfalls "Blasen werfen".

3. Bitte jedes Dirndl unbedingt mit Bluse tragen.

4. Wichtig sind darüber hinaus auch die Schuhe. High Heels sind ok, solange sie eine klassische Form haben, kein oder nur wenig Plateau und nicht über 8-10cm Absatzhöhe gehen. Trachtige Pumps gehen immer. Chucks oder Flip Flops sind absolut verboten. Dann eher noch Gummistiefel.

5. Das einfachste Baumwoll-Waschdirndl wird schön mit echtem Trachtenschmuck. Der ist übrigens gar nicht so teuer, wie man vielleicht denkt, aber meist handgefertigt und immer silberfarben.

6. Hut liegt voll im Trend! Aber hier gilt auf jeden Fall: weniger ist mehr! Wir wollen damit ja auf die Wiesen und nicht auf die Rennbahn.

7. An Dirndl mit klassischen Mustern und edlen Materialien hat frau wesentlich länger Freude als an all den gewollt flippigen, schrillbunten "Fetzendirndl", wie ich sie immer nenne. Zumal man klassische Dirndl über viele Jahre hinweg auch immer wieder neu kombinieren kann: mit einer neuen Schürze, andersfarbigen Satinbändern, neuem Schmuck, einer anderen Frisur, einer neuen Bluse.

8. Wer sich statt für ein Dirndl für eine Trachtenkombination entscheidet (dunkler, knöchellanger Rock und separates Mieder) kann diese Basics auch spielerisch noch in zehn Jahren mit neuen Accessoires kombinieren und aufpeppen. Dieses Duo geht zu jeder Trachten-Gelegenheit, ist aber für die Wiesn-Sause vielleicht ein bisschen zu brav.

9. Last but noch least: die Frisur sollte passen und sitzen, denn Haare sind auch auf dem Oktoberfest das Sahnehäubchen zum Dirndl. Lange Haare am besten bändigen oder sauber hochstecken. Aber auch hier gilt: nicht übertreiben mit den Gretl-Zöpfen!

Und was sind Deine Ziele für Portadonna? Träumst Du von einem eigenem Portadonna-Laden oder erweiterst Du Deine Produktpalette?

Einen ganz klitzekleinen Hinterhof-Showroom-Laden habe ich eben erst am 27. Juli in Gilching eröffnet. Der hat zwar vorerst nur an bestimmten Tagen offen, aber nichts destotrotz macht mich mein eigener erster Store sehr stolz. Die erste Erweiterung meiner Produktpalette habe ich gerade erfolgreich geschafft: die neue CityLine von Portadonna geht gerade an den Start und ich finde, die Modelle sollte sich wirklich jede Frau einmal ansehen. Es lohnt sich! Für die Zukunft ist mein großer Traum, dass Gürteltaschen auch bei uns ein Revival erleben und wieder mehr in Mode kommen. In Asien trägt Frau nichts anderes. In Dänemark kommen derzeit etwas sportlichere Modelle in Mode. DKNY und Moschino haben auf den großen Fashion-Shows auch schon Entwürfe präsentiert. Nur bei uns hat die Gürteltasche immer noch dieses total verstaubte 80er Jahre Image. Ein großes Modeshooting kann ich mir leider gerade nicht leisten, denn sonst würde ich allen zeigen, was für große Multitalente meine Portadonna-Taschen sind, was man ihnen so alles anstellen kann und wie flexibel und unendlich kombinierbar sie sind. Ladies, Ihr wisst gar nicht, was Euch entgeht!

In der Bildergalerie anbei finden Sie einige ausgewählte Clutches aus der neuen Portadonna-Kollektion. Die gesamte Kollektion sowie einen Onlineshop finden Sie auf der offiziellen Homepage von Portadonna!