DLD Women 2013 In Deutschland bestellt die Welt

von AMICA Online Redakteurin
Alle Infos zu Veronika: oder folge mir auf

© Screenshot/Mytheresa.com
Mehr als 160 Designermarken für 130 Länder. Mehr als 25 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2012. Und nun ist sogar das Logistikzentrum zu klein geworden: Der Online-Luxusshop Mytheresa.com residiert ab August in einer 10 000 Meter große Halle.

Was so groß klingt als wäre es made in the USA, ist eine Münchner Erfolgsgeschichte. „Den Online-Shop 2006 einzuführen, war die zweitbeste Idee meines Mannes“, sagt Gründerin Susanne Botschen auf der Frauen-Konferenz Digital Life Design 2013 (DLD Women) von Hubert Burda Media. „Die beste war, mich zu heiraten.“

Gestartet hatte das Ehepaar ganz traditionell vor 25 Jahren mit einem Laden - „Ohne jeglichen Plan“, gibt die Geschäftsfrau zu „wo das hinführen sollte.“ In der Maffeistraße wollten sie unter dem Namen Theresa ein „Stilparadies schaffen, in dem Designer Fashion auf höchstem Niveau angeboten wird“. So brachten die beiden Mode von Dolce & Gabbana in die Stadt, als diese noch als Newcomer galten. Und sie waren die ersten, die Kleider von Prada auf ihre Bügel hängten.

Heute kaufen Modeliebhaber auf der ganzen Welt beim Online-Ableger mit dem Zusatz „My“. Susanne Botschens Erfolgsrezept: „Deutsche Gründlichkeit, was die Logistik betrifft und eine fein abgestimmte Auswahl der Marken und Produkte“. Für Außenstehende mag es sich einfach und glamourös anhören, bei Modehäusern einkaufen zu gehen. Doch dahinter steckt ein großes wirtschaftliches Risiko und viel Erfahrung. Aus einem Riesenangebot gilt auszuwählen, was in einem dreiviertel Jahr angesagt sein wird und welche Stücke zur Kundin passen. Wenn plötzlich alle Issa wollen, weil Herzogin Catherine ein Kleid der Marke trug, gewinnt gegen die harte Konkurrenz, wer diese Mode anbietet. Auch MSGM, Isabel Marant und Carven sind Trend-Labels, auf die Mytheresa.com früh setzte. Außerdem muss der Mix mit Basics und zeitlosen Stücken gewahrt bleiben. Besonders wichtig ist die richtige Kalkulation. Entscheiden Susanne Botschen und ihre Einkäufer sich für eine Bluse, wird die gleich ein Dutzend Mal geordert.

„Wir haben uns immer an der globalen Frau orientiert“, sagt die Firmenchefin. „Eine, die gut über die Entwicklungen in der Mode informiert und mobil ist“. Mit der Erschließung neuer Märkte kämen nun neue Herausforderungen hinzu. „Wir müssen auch auf ein paar lokale Begebenheiten und Vorlieben Rücksicht nehmen. Für Asien brauchen wir etwa mehr kleinere Schuhe, im Nahen Osten mögen die Frauen zum Beispiel viel lieber Gold als die europäischen Frauen.“ Um am Puls der Zeit zu bleiben und den globalen Frauen noch mehr Identifikationspotential zu beiten, engagiert Susanne Botschen nun Stilbotschafterinnnen wie Alexa Chung für Werbekampagnen.

© REUTERS
Das gefällt mit Sicherheit auch großen Labels wie Balenciaga, Gucci oder Alexander McQueen, die die Firmenchefin gekonnt an sich bindet. „Sie mögen unsere internationale Plattform, sie mögen, wie wir die Produkte an Puppen stylen und das Markenumfeld“, so Botschen. „Sie wissen einfach, dass sie bei uns genau so repräsentiert werden, wie sie es sich wünschen.“

Doch wie schafft es Susanne Botschen, stets zu wissen, was ihre Kundinnen haben wollen werden? Genau kann sie das den Frauen beim DLD nicht erklären. „Das zu verstehen war schon immer meine große Passion“, sagt sie und fügt hinzu: „Das ist bei mir intuitiv“. Sie reise etwa viel, schaue sich die Leute auf der Straße an, spüre Begeisterung bei Modenschauen. „Und dann“, so Botschen, „weiß ich es einfach.“