„Designer for Tomorrow“-Award Berlin liebt Marc Jacobs

 

Er ist der Star-Gast der Fashion Week Berlin: US-Designer Marc Jacobs. Wie selbst Journalisten für ein Autogramm Schlange standen und wer aus seinen Händen einen Förderpreis erhielt?
Text: Veronika Schaller
„Hier lassen wir jetzt niemanden mehr in die Schlange“, weist die PR-Frau den Sicherheitsmann an. Es ist der 6. Juli 2011, erster Tag der Fashion Week. Marc Jacobs kann nicht mehr und darf nicht mehr – keine Zeit. Er hat schon mindestens 250 Autogramme gegeben heute. Etwa 50 Schriftzüge mit seinem Namen hat er noch vor sich. Mit dem Schließen der Absperrung, verschließt sich für dutzende Anstehende auch die Möglichkeit, ihrem Idol einmal ganz nahe zu kommen.

Marc Jacobs indes, oft als Diva der Fashion-Szene bezeichnet, wirft einen leicht gequälten Blick auf die Nächsten in der Reihe. „Veronika“ with „k“ or with „c“ fragt er aber pflichtbewusst. Dann schreibt er „Veronika <3 Marc Jacobs“. Es stimmt. Veronika liebt ihn. Berlin liebt ihn und die ganze Welt auch. In 29 Ländern gibt es Marc-Jacobs-Boutiquen. Auf die Frage, ob ihm sein Lächeln bei all den Fotos schon eingefroren sei, sagt er kurz „Nein“ und beweist das es nicht so ist.

Noch einen Blick auf sein weiße Hemd mit hochgekrempelten Ärmeln, die goldene Rolex, das Tattoo „Bros before Hos“ (z.dt. „Kumpels gehen Ludern vor“) darüber, unten Schottenrock, karierte Socken zu derben Schnürschuhen. Dann sind sie vorbei, die wenigen Sekunden mit einem der größten Modemacher der Gegenwart.

Seit seinem Abschluss an der New Yorker Designschule „Parsons The New School for Design“ hat der heute 48-Jährige es weit gebracht: Er gründete nicht nur die Labels Marc Jacobs und dessen jüngere Linie Marc by Marc Jacobs, sondern designt außerdem als Kreaivdirektor für Louis Vuitton.
Designer for Tomorrow
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Heute ist er hier, um denjenigen zu helfen, die von einer vergleichbaren Karriere träumen: den fünf Nachwuchsdesignern Marc Buscha, Lena Hasibether, Jonathan Christopher Hofwegen, Alexandra Kiesel und Markus Schmidbauer. Sie stehen in der Endauswahl für den „Designer for Tomorrow“-Förderpreis des Modekaufhauses Peek & Cloppenburg. Neben einem Gewinn von 10.000 Euro, bekommt der Sieger obendrein noch eine eigene Fashion Show bei der nächsten Berliner Modewoche.

Mit starken Farben im Color-Blocking, fließenden Midi-Dresses ((die ein wenig an Marc-by-Marc-Jacobs-Kleider aus der aktuellen Sommerkollektion erinnern), extremen Pagodenschultern, knallfarbenen Taillenhosen und bunten Holzklotzketten überzeugt schließlich die 28-jährige Alexandra Kiesel die Jury.

Als Marc Jacobs der Kunsthochschul-Absolventin Berlin Weißensee ihre Trophäe überreicht, lächelt sie still. Unter ihrem Blazer lugt ein Shirt mit Herzchen-Print hervor: „Marc Jacobs <3 me“ steht darauf. Als hätte sie es vorher gewusst. Und wenn Marc Jacobs sie liebt und die ganze Welt Marc Jacobs, dann stehen die Chancen für Alexandra Kiesel nicht schlecht. Das Publikum im Saal jedenfalls sieht bereits Herzchen. Es klatscht für die Kreationen der Leipzigerin am lautesten.
Auf den Punkt.
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Fetish for fashion
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