Designer Hien Le im Interview„Ich möchte bald erste Angestellte haben“

von AMICA Online Autorin
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Designer Hien Le
Purer Minimalismus mit einem hohen Wertanspruch und viel Liebe zum Detail – dafür steht das Label von Hien Le, das er 2010 gründete. In diesem Jahr ist der Laote zum vierten Mal in Folge mit seiner Show bei der Fashion Week in Berlin.

Kürzlich ging er die erste Kooperation mit einem größeren Label ein: Exklusiv für die erste Capsule Collection des Berliner Labels Zign entwarf Hien Le ein grafisches Muster, das an raue, industrielle Strukturen erinnert. Angelehnt an die Ästhetik des Grunge bewegt sich die Kollektion in einem düsteren Farbspektrum, kombiniert matte und glänzende Oberflächen.

AMICA Online traf Hien Le, als er die neue „Hien Le for Zign“ Kollektion in München präsentierte. Spannend fand der Designer das Projekt vor allem deshalb, weil er mit Accessoires und Schuhen neues Terrain erkundet. Ganz locker im weißen Shirt sprach der sympathische und offene Designer mit uns über seine aktuelle Zusammenarbeit, darüber, wie es vor der Fashion Week in seinem Atelier aussieht und verriet uns, was jede Frau in ihrem Kleiderschrank haben sollte.

AMICA Online: In Ihren ersten Kollektionen haben Sie ohne Schwarz gearbeitet, in dieser Kollektion sehen wir dagegen fast nur Schwarz. Aus welchem Grund?
Hien Le:
Ich mag Schwarz und trage auch privat total gerne schwarze Kleidung. Dennoch habe ich für meine Kollektionen zu Beginn kein Schwarz benutzt, weil es einfach nicht gepasst hat. Ich hatte meine ersten Entwürfe zwar immer in Schwarz im Kopf, aber je mehr sich die Kollektion entwickelt hat, desto mehr ist das Schwarz verschwunden. Und in meiner eigenen Winter-Kollektion habe ich jetzt zum ersten Mal Schwarz benutzt, weil es einfach gepasst hat und ich die richtigen Stoffe dafür hatte. Da war es ideal, dass die Zusammenarbeit mit Zign parallel lief, da wir uns hier auch für Schwarz und Grautöne entschieden haben.

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So sieht die 'Hien Le for Zign' Kollektion aus, die ab September auf Zalando erhältlich sein wird.
Wann haben Sie angefangen, sich für Mode zu interessieren?
Ich habe ziemlich früh angefangen, mich für Mode zu interessieren. Ich war vielleicht elf, zwölf Jahre alt. Ausschlaggebend war eine Dokumentation über Supermodels, in der auch ein Teil über Karl Lagerfeld gezeigt wurde. Da bin ich zum ersten Mal damit in Berührung gekommen, dass es das Metier des Modedesigners überhaupt gibt und von da an habe ich das verfolgt. Nach der Schule habe ich dann eine Schneiderlehre gemacht und Modedesign studiert. Parallel dazu habe ich immer in der Modebranche gearbeitet, um zu sehen, was es da noch zu entdecken gibt. Aber mein Hauptziel war schon immer Modedesign, da steckt mein Herzblut. 

Welche Vorbilder haben Sie heute?
Es gibt viele Designer, die ich sehr bewundere. Zu meinen größten Vorbildern zählen Dries Van Noten, Nicolas Ghesquière, Yves Saint Laurent und Jil Sander.

Inwiefern richten Sie sich nach Trends?
Ich schaue nicht darauf, was im Trend liegt, oder was Trend wird. Aber ich glaube, man hat das als Designer in sich. Auf Fashion Weeks fällt ja auch immer wieder auf, dass sich Muster und Formen überschneiden. Ich glaube, alle Designer tragen Trends automatisch in ihrem Unterbewusstsein, ohne dass sie bewusst danach suchen.

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„Ich möchte bald erste Angestellte haben“