Fiona Erdmann im Interview„Mit Georgina rede ich nur über meinen Anwalt“

von AMICA Online Redakteurin
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© Dirk Berns
Mit Wasserfällen kennt sich Fiona Erdmann aus. Im Dschungelcamp duschte sie unter einem. Und reden tut sie auch wie einer. Als wir die ehemalige Kandidatin von „Germany’s next Topmodel“ auf der Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin treffen, wird schnell klar: Auf den Mund gefallen ist die nicht. Fiona Erdmann kann sich gleichzeitig in der Maske schminken und aufhübschen lassen, ihren Chai-Tee trinken und dabei trotzdem so entspannt, offen und witzig plaudern, als säße sie auf dem heimischen Sofa.

Keine Spur von Zicken-Alarm! Dabei wurde ihr im TV genau dieses Image immer wieder angedichtet. Bei „Germany’s next Topmodel“ war sie nicht gerade die beste Freundin der anderen Kandidatinnen und auch im Dschungelcamp 2013 gab es Ärger mit Camp-Mitbewohnerin Georgina und mit Katzenberger-Mama Iris, die der schönen 25-Jährigen mal fix eine Essstörung andichtete. Doch backstage bei der Show des Labels Sava Nald strahlt Fiona Erdmann das genaue Gegenteil aus, ist einfach nur nett, locker und, ja, zwar sehr schlank aber trotzdem gesund. Dabei ist es eigentlich überraschend, sie hinter den Kulissen einer Fashion-Show zu sehen. Denn eigentlich hatte sie verkündet, das Modeln aufzugeben und sich Projekten wie ihrem Label Milumée zu widmen. Uns verriet sie, warum sie in Berlin trotzdem über den Laufsteg schritt, was sie von den aktuellen Dschungel-Kandidaten hält und wie ihr Verhältnis zu Georgina heute aussieht.  

AMICA Online: Eigentlich haben Sie sich aus dem Model-Geschäft zurückgezogen. Wieso sind Sie trotzdem hier?
Fiona Erdmann:
Ich mache tatsächlich nichts mehr im Model-Bereich. Ich habe keine Agentur, ich kümmere mich auch nicht um Model-Jobs. Dass ich heute hier bin, hat nur damit zu tun, dass ich mit Sava Nald sehr oft zusammenarbeite und gut befreundet bin. Das Label schickt ja gerne mal prominente Leute über den Laufsteg.

Warum hatten Sie genug vom Modeln?
Ich hatte keine Lust mehr, mir von anderen Leuten sagen zu lassen, wie ich meine Haare tragen muss. Ich möchte lieber diejenige sein, die sagt, wo es langgeht. Ich will meine eigene Firma aufbauen. Das reizt mich gerade viel mehr, als immer nur gut auszusehen und mich für andere Leute zu verbiegen.

Spätestens seit ihrer Teilnahme an "Germany's next Topmodel" und dem Promi-Dschungelcamp ist Fiona Erdmann keine Unbekannte. Wir zeigen die schönsten Looks des Models.Wie groß war denn der Beauty-Druck in der Modebranche für Sie?
Wenn man in Mailand ist und auf Castings geht, sitzen da schon mal 90 Mädchen und eine ist hübscher als die andere. Da schaut man sich um und merkt: Es ist komplett egal, wie ehrgeizig und kämpferisch du bist. Wenn dein Typ nicht passt, dann kannst du dich anstrengen so viel du willst und es wird trotzdem nichts mit dem Job. Ich möchte lieber für mein Engagement und meine Leistung belohnt werden.

Wir wollten eigentlich auf etwas anderes hinaus: Was bei Ihnen immer stark diskutiert wurde, ist Ihre schlanke Figur …
Seit „Germany’s next Topmodel“ reden die Leute tatsächlich über nichts anderes. Dann bin ich in den Dschungel gegangen und die Leute sind durchgedreht: Gott, sie hat abgenommen! Na, das ist doch mal was völlig Neues, dass man in den Dschungel geht und abnimmt. Was soll ich denn bitte machen? Davor zunehmen und fressen, fressen, fressen, damit die Leute zufrieden sind? Plötzlich war ich für alle die magersüchtige Bulimie-Kranke. Totaler Quatsch! Die Leute sind doch keine Ärzte und wollen trotzdem eine Ferndiagnose stellen. Magersucht ist eine Krankheit und über die macht man keine Scherze. Die ist lebensgefährlich. Jemandem so etwas zu unterstellen, ist wirklich dreist.

Das Dschungelcamp haben Sie gerade selbst angesprochen. Am Freitag geht es ja wieder los mit der neuen Staffel …
Das macht mich auch ein bisschen wehmütig. Ich würde schon gerne wieder in den Dschungel gehen.

Tatsache?
Klar, ich würde gerne wieder die Abenteuer erleben. Für Außenstehende ist das schwer zu verstehen. Die sehen ja nur den Zoff, den es gab. Aber man muss bedenken, dass wir dort 24 Stunden zusammengelebt haben. Die Zuschauer sehen, wenn es hochkommt drei – die dramatischsten Sachen eben. Aber die vielen schönen Momente, die wir dort erlebt haben, eben nicht.

© dpa / Jörg Carstensen
Und ihre Camp-Mitbewohnerin Georgina? Gab’s mit ihr noch Zusammenstöße nach der Sendung?
Ich rede mit ihr nur über meinen Anwalt. Ich bin mit ihr ja im Rechtsstreit. Sie hat damals etliche Dinge über meine Firma gesagt, die nicht so nett waren. Sie entschuldigt sich dann zwar immer, fängt später aber wieder damit an. Ich kann sehr gut verzeihen, aber nicht, wenn jemand das immer wieder macht. Eigentlich habe ich gar keine Lust mehr, über dieses Thema zu reden.

Anderes Thema also: Hat der Dschungel Ihrer Karriere geholfen?
Auf jeden Fall. Das erstaunt mich selber. Ich bin vom Typ her und von der Person her dadurch ja nicht anders geworden. Aber durch so eine Show ist man plötzlich wieder total interessant. Ich fand schön, dass die Leute sehen konnten, dass ich mehr kann als rumzicken bei „Gemany’s next Topmodel“.

Wie finden Sie die neuen Kandidaten, die jetzt einziehen?
Ich verfolge das natürlich. Ich will ja wissen, wer auf meiner Liege liegt. Jochen Bendel finde ich zum Beispiel super. Ein sympathischer Typ, humorvoll, liebevoll, aber auch zäh.

Und ihre GNTM-Kollegin Larissa?
Wir haben uns schon über Facebook unterhalten. Das ist eine Zähe, Ehrgeizige, die ihren Job gut macht. Ich finde sie echt in Ordnung.

Haben Sie ihr Tipps gegeben?
Nein. Mich hat auch keiner gefragt. Dabei hätte ich echt viele, richtig nützliche Tipps. Ich habe damals zum Beispiel einen Toilettendeckel gebastelt und könnte denen verraten, wie man ihn baut. Aber wer nicht will, der hat schon!