Frühjahr/Sommer 2012: A.F. Vandevorst Punk mit Augenzwinkern
Oben ohne: Mit ihrer Zweitlinie A.Friend schließen An Vandevorst und Filip Arickx die Modewoche ab. Das ist punkig, dekonstruiert und eine Parodie auf schlechte Models.
Text: Kerstin Kotlar
© Mercedes-Benz Fashion Week
Auf den Catwalk schickten sie ihre „Women´s ready-to-wear“-Linie sowie ihre Pre-Collections Blackboard und A.Friend.
Im Gegensatz zu Nudetönen, Neonfarben und fließendem Chiffon, die andere Sommerkollektionen dominierten, setzten die Belgier auf Schwarz, Stahlblau und Staubgrau durchsetzt mit Rostrot und Petrol. Die kamen in punkigen Streifenhosen, Schal-Shirts und Hemdvariationen daher. Stichwort: Dekonstruktivismus. Faltenwürfe, Layering, seitliche Raffungen und weicher Jersey umspielten die weibliche Silhouette. Es erinnerte insgesamt ein wenig an die Anfänge der japanischen Designerin Rei Kawakubo. Die Männerhemden wurden oft nur mit einem Troddel geschmückten Gürtel zusammengehalten, manchmal nur über einer Schulter getragen, Schals als Oberteile an der Brust befestigt, ein Model hielt sich als Shirt lediglich eine Tasche vor die Brust.
Überhaupt nahmen An Vandevorst und Filip Arichx das Fashion-Business mit einem Augenzwinkern auf die Schippe. Die Models trugen ihre Haare schräg über die Augen gekämmt und liefen in den rot-weiß-gestreiften Cowboystiefeln, Pumps oder Flats weit nach hinten gebeugt. Eine herrliche Parodie andere Mädchen mit schlechtem Gang. Ob diese auch bei allen Zuschauern ankam, ist fraglich. Manche Sitznachbarn tuschelten während der Show: „Welche Designer sind das jetzt eigentlich?“
Tosender Beifall war dennoch gesichert und das Designer-Duo feierte nicht nur die eigene Präsentation, sondern auch das Ende einer erfolgreichen Fashion Week. Jubelnd stürmte schließlich das Styling-Team rund um Boris Entrup den Laufsteg. Alles gelaufen, Ende, die Modeparty geht weiter!












