Frühjahr/Sommer 2012: Dawid Tomaszewski Schöne Vergänglichkeit
Mit dem Tod hat sich Dawid Tomaszewski für seine Kollektion „Vanitas Flowers“ auseinandergesetzt und macht damit Lust auf ein Leben in Herrenanzügen und fließenden Chiffonroben
Text: Veronika Schaller
Im Alten Testament ist zum ersten Mal von „Vanitas“ die Rede. Das lateinische Wort bedeutet „eitel“ und steht für die Vergänglichkeit des irdischen. Motive wie Schädel sind dessen Sinnbilder.Für kommenden Winter hat sich Dawid Tomszewski mit dem Vanitas-Thema beschäftigt. Seine Models im Präsentations-Studio der Fashion Week Berlin stehen als Statuen mit weißen Spitzenmasken auf den Podesten. Das ist geheimnisvoll, unnahbar, ein wenig unheimlich, aber gleichzeitig wunderschön. Vanitas-Motive sind für ihn die „Flowers“, Blumen also. Sie stehen für die Schönheit des Moments und schnelles Verwelken. Daher ziehen sich transluzente Blumenmuster an Hosenbeinen und Blazerseiten nach oben.
Inspiration für die Kollektion hatte sich der für seine artsy Ausrichtung bekannte, polnische Designer in der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts geholt.
Trotz der Todesmaterie ist seine Kollektion aber nicht düster und gruselig. Im Gegenteil. Ein magentafarbenes, einschultriges Cocktailkleid aus Seide mit Drapierung und asymetrischem Saum. Ein bodenlanges Spitzenkleid mit Schleife an der Taille. Off-White-Töne. Feinste Spitze. Ein flirty Volant-Rock. Block-Heels mit Tassels, die in Zusammenarbeit mit dem Traditionshaus Peter Kaiser entstanden. Ein voluminöses A-Linienkleid. Das alles lässt den Betrachter lebendig fühlen – vor allem für diesen Moment.











